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Der verunglückte Hochgeschwindigkeitszug TGV im Rhein-Marne-Kanal bei Eckwersheim.

Der verunglückte Hochgeschwindigkeitszug TGV im Rhein-Marne-Kanal bei Eckwersheim. © Mathieu Cugnot

Unfälle

TGV stürzt bei Testfahrt in einen Fluss

Mit mehr als 350 Stundenkilometern soll der TGV bei seiner Testfahrt unterwegs gewesen sein. Der Zug entgleist, Waggons stürzen von einer Brücke in einen Fluss. Bahnmitarbeiter hatten offenbar ihre Kinder dabei. Im Normalbetrieb sei der TGV sicher, betont der Bahnchef.

Straßburg. Beim bisher schwersten Unglück des Hochgeschwindigkeitszugs TGV in Frankreich sind elf Menschen getötet worden. Die Ursache des Unfalls sei weiter unklar, sagte der Chef der französischen Staatsbahnen SNCF, Guillaume Pepy.

Bei der Testfahrt waren demnach möglicherweise Kinder von Bahnmitarbeitern an Bord. Das Unglück könnte die geplante Eröffnung der neuen TGV-Schnellverbindung gefährden.

Ein verletzter Passagier sei im Krankenhaus gestorben, sagte Alexandre Chevrier von der Staatsanwaltschaft Straßburg. Es gebe zudem eine große Zahl von Verletzten, fügte er hinzu, wie die Zeitung "Derniéres Nouvelles d'Alsace" berichtete. Der Zustand von vier Menschen sei kritisch. Die Bahngesellschaft SNCF hatte zuvor zehn Tote und 37 Verletzte bestätigt. Unter den Verletzten sollen sich laut der Nachrichtenagentur AFP auch Kinder befinden.

Der Zug war am Samstag bei einer Testfahrt auf einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke im Elsass entgleist, zwei Triebwagen und sechs Waggons stürzten von einer Brücke in den Rhein-Marne-Kanal. Die regionale Nachrichten-Website France Bleu Alsace hatte gemeldet, mindestens ein Kind sei getötet worden. Dies wurde zunächst nicht offiziell bestätigt.

Die Behörden der Präfektur gingen von überhöhter Geschwindigkeit als Ursache aus. Der Zug soll an der Kanalbrücke nördlich von Straßburg nahe Eckwersheim mehr als 350 Kilometer in der Stunde schnell unterwegs gewesen sein, wie Lokalmedien berichteten. Ein Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris vom Freitag wurde vorerst ausgeschlossen.

Pepy wollte die Vermutungen zunächst nicht bestätigen: "Derzeit ist der Unfall unerklärbar." Auch die genaue Zahl der Menschen im Zug wurde zunächst nicht bekannt. Nach ersten Angaben der Bahngesellschaft sollen es etwa 50 gewesen sein. "Der Unfall war ein schwerer Schock", sagte SNCF-Chef Pepy. Es sei das erste tödliche Unglück mit einem TGV, seit die Schnellzüge 1981 ihren Dienst aufnahmen.

Der Bahnchef betonte, dass sich ein solcher Unfall im Normalbetrieb nicht ereignen könne - es gebe automatische Sicherheitssysteme, die bei Testfahrten nicht aktiv seien. Die Fahrtenschreiber des TGV würden noch untersucht, sagte er. Das Unglück ereignete sich auf einer neuen Strecke, die im April 2016 in Betrieb gehen sollte.

Als Folge des Unglücks könne eine Verschiebung dieses Termins nicht ausgeschlossen werden, berichtete AFP unter Berufung auf die Bahngesellschaft SNCF. Die TGV-Schnellverbindung zwischen Straßburg und Paris soll dann nur noch 1 Stunde und etwa 50 Minuten dauern. Zurzeit sind es etwa 2 Stunden und 20 Minuten. Auch die Fahrzeiten zwischen Paris und den deutschen Zielen München, Stuttgart oder Frankfurt/Main sollen kürzer werden.

Das TGV-Unglück erinnert an den schweren Unfall eines Transrapid am 22. September 2006. Auf der Teststrecke für die Magnetschwebebahn im niedersächsischen Lathen war der Zug mit Tempo 170 auf einen Werkstattwagen geprallt. 23 Menschen starben, 11 wurden zum Teil schwer verletzt. Die verantwortlichen Fahrdienstleiter und Betriebsleiter der Anlage sind rechtskräftig verurteilt. An Bord waren bei der Fahrt neben fünf technischen Mitarbeitern zwei US-Bürger, RWE-Mitarbeiter, Altenpfleger und zwei Auszubildende, die die Fahrt als Auszeichnung bekommen hatten - insgesamt 31 Menschen. Solche Touristenfahrten fanden nach dem Unglück nicht mehr statt.

dpa


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