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TERRORALARM: Einsatzkräfte am New Yorker Times Square.© ap

New York

T-Shirt-Verkäufer verhindert Terroranschlag

New York ist nur knapp einem Terroranschlag entgangen. Zehntausende Menschen bevölkerten am Samstagabend (Ortszeit) den berühmten Times Square in Manhattan, als ein aufmerksamer Straßenverkäufer in einem parkenden Auto eine qualmende Bombe entdeckte.

NEW YORK. „If you see something, say something“, dröhnt es New Yorkern Dutzende Male am Tag entgegen. Die Lautsprecheransage „Wenn Dir was auffällt, sag Bescheid“ nervt in Zügen, Bussen und Kaufhäusern. Wer es schafft, die ständigen Ermahnungen zu ignorieren, wird dennoch durch Militärs an Bahnhöfen, Flughäfen und bei öffentlichen Veranstaltungen erinnert: New York ist und bleibt eine Zielscheibe für Terroristen.

Durch Glück, weil die Bombe nicht richtig zündete, und die Aufmerksamkeit eines T-Shirt-Verkäufers ist die Acht-Millionen-Stadt am Samstagabend (Ortszeit) möglicherweise einem Anschlag entgangen. Vielleicht hatte der Mann den für so viele New Yorker so nervigen Ohrwurm im Kopf, als er einen berittenen Polizisten auf ein qualmendes Auto mitten im Gewimmel des Times Squares aufmerksam machte.

Es war eine der ersten warmen Nächte dieses Jahres. Zehntausende Theatergänger, Touristen und partyhungrige Vorstädter bevölkerten den von Leuchtreklamen erhellten Platz im Herzen von New York. Das Szenario war wie geschaffen für einen Terroranschlag. „Die Experten der Polizei haben bestätigt, dass es sich wie befürchtet um einen Sprengsatz handelt“, sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg wenig später. „Wir sind sehr glücklich, dass ein tödliches Ereignis abgewendet werden konnte.“

Das inzwischen entschärfte Sprengstoffpaket wäre nicht die erste Autobombe in der Weltstadt New York gewesen. Schon 1920 waren 38 Menschen ums Leben gekommen und weitere 400 verletzt worden, als eine mit Explosionsmaterial beladene Pferdekutsche im Wall-Street-Distrikt hochging. Hinter dem Anschlag steckte ein italienischer Anarchist, erinnerte die „New York Daily News“ am Sonntag.

Islamistische Terroristen verübten 1993 den ersten Anschlag auf das World Trade Center, das Symbol für die Weltmetropole des Kapitalismus, und nur wenige Fussminuten von der Wall Street entfernt. Die in einem Lieferwagen in der Tiefgarage des Nordturms versteckte Autobombe tötete sechs Menschen und verletzte mehr als 1000. Am 11. September 2001 war das Ziel der Terroristen erreicht: Die beiden Zwillingstürme fielen unter dem Angriff von gekaperten Flugzeugen in Schutt und Asche. Sie rissen tausende Opfer in den Tod.

Seitdem herrscht ständig Terroralarm in den Häuserschluchten am Hudson. Selbst die für den Frieden stehenden Vereinten Nationen fürchten Anschläge und rüsteten ihr Hauptquartier am East River um. Dass auch das quirlige Leben am Times Square zu einem Gewaltakt verführen könnte, war eigentlich zu erwarten. Vielleicht lassen die New Yorker den Aufruf zur Wachsamkeit in den nächsten Tagen etwas geduldiger über sich ergehen. dpa


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