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So ein großes Objektiv brauchen Sternschnuppen-Fotografen - und viel Geduld.

So ein großes Objektiv brauchen Sternschnuppen-Fotografen - und viel Geduld. © Jens Büttner

Wissenschaft

Sternschnuppenregen lockt zu durchwachsenem Schauspiel

Zahlreiche Himmelsgucker haben in der Nacht zum Donnerstag einen besonderen Schauer von Sternschnuppen erlebt. Allerdings hatten nicht alle Beobachter in Deutschland gleich viel Glück.

Berlin. 2.00 und 4.00 Uhr.

Allerdings hatten nicht alle Beobachter in Deutschland gleich viel Glück. Denn mancherorts war es recht verhangen. "Leider sind relativ viele Wolken unterwegs", sagte Astronom Andreas Hänel, der das Planetarium in Osnabrück leitet. Die Sternschnuppen, die trotzdem zu sehen waren, seien aber sehr eindrucksvoll gewesen. "Die sausten über den Himmel, es gab einige ganz helle."

Die Perseiden könne man noch eine Woche lang beobachten, die Zahl werde aber geringer, erklärte Hänel. Ursache für das Phänomen sind Trümmerteilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle, die auf seiner Bahn um die Sonne fliegen. Die Erde kreuzt diese stets Mitte August. Die Perseiden sähen zwar nicht anders aus als andere Sternschnuppen. "Man sieht halt deutlich, dass es ein Strom ist - das heißt, dass die alle von einem Punkt am Himmel kommen", erklärt Rainer Kresken von der Europäischen Weltraumagentur Esa.

"Wir liegen seit einigen Stunden auf dem Rücken und schauen nach oben", erzählte Kresken in der Nacht. Er habe aber weniger Sternschnuppen gesehen als erwartet. Gerechnet hatte er mit einer Sternschnuppe pro Minute. Stattdessen bekamen Beobachter nur etwa alle fünf Minuten eine Sternschnuppe zu sehen, schätzte der Experte.

Hobby-Sternengucker im Südwesten hatten dagegen weitgehend klare Sicht auf den Strom der Perseiden. Der Sternenhimmel sei weitgehend wolkenfrei gewesen, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Stuttgart.

In den Rheinauen bei Bonn zum Beispiel gab es ein Public Viewing für das Himmelsspektakel. Im Laufe des Abends schauten hier laut Veranstalter Sandro Heinemann etwa 1000 Besucher in den Himmel. "Ab 22 Uhr haben wir die ersten, vereinzelten Sternschnuppen gesehen", erzählte er. "Ab 24 Uhr wurden es dann richtig viele." Pro Stunde konnten die Besucher zwischen 15 und 25 Sternschnuppen bestaunen. "Das konnte man am Raunen der Zuschauer abschätzen", sagte Heinemann.

In der Eifel versammelten sich rund 100 Menschen von 23 bis 4 Uhr auf einer Wiese an der Burg Vogelsang auf Einladung der Astronomie-Werkstatt "Sterne ohne Grenzen". Auf das Plateau der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) waren etwa 120 Menschen gekommen. Es hat noch bis Sonntag zwischen 21.30 Uhr und Mitternacht geöffnet.

Auf den Großen Feldberg im Taunus fuhren ebenfalls viele Menschen, um die Sternschnuppen zu sehen. Alle Parkplätze waren belegt, die Polizei sperrte die Zufahrt auf das Feldbergplateau.

Am frühen Morgen war der Himmel in Mecklenburg-Vorpommern sternenklar. In der Region der Mecklenburgischen Seenplatte berichten Himmelsbeobachter von einem ständigen Zucken am Himmel.

Das nächste spektakuläre Himmelsschauspiel wird es vom 7. bis 17. Dezember zu sehen geben - der Sternschnuppenstrom der Geminiden. Der werde wahrscheinlich sogar noch intensiver als der Perseidenschauer, sagte Hänel. "Doch wer legt sich im Dezember schon gern raus?"

dpa


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