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Starkregen hat in dem thüringischen Ort erhebliche Schäden hinterlassen. Zahlreiche Helfer und Rettungskräfte sind mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Starkregen hat in dem thüringischen Ort erhebliche Schäden hinterlassen. Zahlreiche Helfer und Rettungskräfte sind mit Aufräumarbeiten beschäftigt. © Matthias Bein

Wetter

Starkregen zieht Schneise der Verwüstung

Ein Feuerwehrmann stirbt. Eine Flüchtlingsunterkunft steht unter Wasser. Und viele Straßen sind voller Schlamm. Die Mitte Deutschlands ist von heftigen Regenfällen heimgesucht worden.

Berlin. Heftiger Regen hat in einigen Regionen eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Besonders schlimm traf es die Mitte Deutschlands. In Thüringen wurde die Leiche eines Feuerwehrmanns in einem Bach angespült. Die Polizei vermutet, dass er ertrank.

In Niedersachsen überschwemmten die Wassermassen eine Turnhalle, in der etwa 200 Flüchtlinge untergebracht waren. An der Grenze der beiden Bundesländer gab es einen Erdrutsch an einer Autobahn.

Neuer Regen ist schon unterwegs, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. An diesem Dienstag und Mittwoch sei zwischen Nordsee und Erzgebirge mit ergiebigen Niederschlägen zu rechnen. Im Nordosten bleibe es trocken bei sommerlichen 27 Grad - sonst sei es kühler. Für Donnerstag erwarten die Meteorologen wieder vielerorts Sonne.

Die Leiche des Feuerwehrmanns war in einem Bach bei Rustenfelde im thüringischen Landkreis Eichsfeld gefunden worden. Die Region war in der Nacht zum Montag besonders schlimm von Unwetter betroffen. Der Bürgermeister des Ortes, Ulrich Hesse (parteilos), sprach von einem Millionenschaden. In einigen Häusern habe das Wasser bis zu zwei Meter hoch gestanden. Bilder zeigten Straßen voller Schlamm.

Nahe Rustenfelde war auch die A38 betroffen, die Niedersachsen und das nördliche Thüringen verbindet. Auf Höhe des Heidkopftunnels an der Grenze der beiden Bundesländer rutschte Erdreich auf die Fahrbahn.

Im nur wenige Kilometer entfernten Friedland stand eine Flüchtlingsunterkunft mit Feldbetten etwa einen halben Meter unter Wasser, wie der Sprecher des niedersächsischen Landkreises Göttingen, Ulrich Lottmann, berichtete. "Die Leute mussten tief durch das Wasser gehen, manche mit einem Kind auf dem Arm und einem Koffer in der Hand. Sie hatten Angst", beschrieb Lottmann die Lage in der für Flüchtlinge hergerichteten Turnhalle. "Es war ein echter Notfall."

Die Menschen, die überwiegend aus dem Irak und aus Syrien geflohen sind, wurden noch in der Nacht in eine Schule gebracht. In Friedland hatten Helfer auch in einer weiteren Einrichtung - einem Erstaufnahmelager - mit Wassermassen zu kämpfen. Mehrere Zelte ohne festen Boden hielten dem Unwetter nicht stand und mussten geräumt werden.

Auch in Göttingen gab es heftige Überschwemmungen. Auf Bildern war zu sehen, wie ein Kran ein Auto aus den Fluten zog. In Quedlinburg in Sachsen-Anhalt stürzte eine Mauer bei Starkregen ein.

Bundesweiter Regen-Spitzenreiter sei Gilserberg-Moischeid in Nordhessen, sagte DWD-Meteorologe Sebastian Schappert. Dort seien zwischen Sonntagmorgen und Montagmorgen 107,3 Liter pro Quadratmeter gefallen - mehr als sonst in einem ganzen Monat. Die DWD-Station Mansfeld-Annarode in Sachsen-Anhalt habe 97,0 Liter pro Quadratmeter gemeldet.

dpa


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