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Der Internetgigant Google gerät nun auch in das Visier der Staatsanwaltschaft.© ap

Datensammlung

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Google

Der Suchmaschinengigant Google ist wegen seiner umstrittenen Datensammlungen jetzt auch in den Fokus der Staatsanwaltschaft geraten. Wegen des Verdachts des Abfangens von Daten beim Straßenfoto-Dienst Street-View hat die Behörde ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Mitarbeiter von Google Deutschland eingeleitet, sagte der Hamburger Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers.

Hamburg. Der Datenabgriff sei im Zusammenhang mit Street-View über offene WLAN-Netze erfolgt. Die Staatsanwaltschaft werde zunächst prüfen, wie belastbar die Vorwürfe sind. „Es wird vor allem zu klären sein, ob das Delikt vorsätzlich begangen worden ist“, erklärte Möllers. Dem Verfahren liege eine Strafanzeige eines Aachener Anwalts zugrunde.

Der NDR hatte zuvor berichtet, dass der Rechtsanwalt und Programmierer Jens Ferner unter Bezug auf das Telekommunikationsgesetz gegen das Unternehmen Anzeige erstattet hat. Der Anwalt vertritt Mandanten, die ungeschützte WLAN-Netzwerke zum Surfen genutzt haben und dafür verurteilt wurden.
Bei seinen Aufnahmen für das Internet-Programm Street View hatte Google auch offene WLAN-Netze erfasst und dabei auch Daten gespeichert, die über ungesicherte Netze gesendet wurden. Das Unternehmen erklärte, es wolle die Daten löschen, ist bisher aber nicht bereit, den Behörden Einblick in die gespeicherten Daten zu geben.

Am Freitag hatte sich Google dafür entschuldigt, dass in den vergangenen vier Jahren weltweit persönliche Daten aus offenen WLAN-Netzen gesammelt wurden. Auf das Problem sei man erst durch Hinweise des deutschen Verbraucherschutzministeriums aufmerksam geworden. „Uns ist klar, dass wir schwer versagt haben“, erklärte einer der Cheftechniker von Google, Alan Eustace.

Die Erfassung der Daten sei unabsichtlich erfolgt, betonte Google. Es werde alles getan, damit sich so etwas nicht wiederhole. „Die Aufrechterhaltung des Vertrauens der Menschen ist grundlegend für alles, was wir machen“, schrieb Eustace im Firmen-Blog. „In diesem Fall haben wir das nicht geschafft.“
Das Bundesverbraucherministerium will es nicht darauf beruhen lassen. „Nach den uns bisher vorliegenden Informationen ist Google über Jahre offenbar illegal in private Datennetze eingedrungen“, hieß es am Samstag in einer Erklärung des Ministeriums. Der Vorgang sei alarmierend. Datenschutz sei für Google offenbar noch immer ein Fremdwort. Google müsse endlich offenlegen, welche Daten für den Dienst Street View „erfasst, gespeichert, vernetzt und vermarktet werden“.

Google Deutschland war für einen Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

apn


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