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GESUNDHEIT

Spielzeug darf ab sofort mehr Giftstoffe aufweisen

Bei den Grenzwerten für Schwermetall in Spielzeugdarf Deutschland nicht von EU-Vorgaben abweichen. Für Arsen, Antimon und Quecksilber und vergleichbare Schwermetalle seien allein die EU-Grenzwerte maßgeblich, urteilte am Donnerstag der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg.

Luxemburg . Eigene, nationale Grenzwerte seien nur dann zulässig, wenn diese mehr Gesundheitsschutz bieten. Dies habe Deutschland aber nicht nachweisen können. (AZ: C-360/14 P) Hintergrund des Rechtsstreits ist die EU-Spielzeugrichtlinie aus dem Jahr 2009, in der neue Grenzwerte für Schwermetalle in Spielzeug festgelegt wurden.

Deutschland wollte jedoch seine bisherigen Standards bei Blei, Barium, Antimon, Arsen und Quecksilber beibehalten, da diese einen besseren Schutz böten. Allerdings sind die EU- und die deutschen Grenzwerte nach Ansicht des Gerichts nicht direkt miteinander vergleichbar, da sie zur Beurteilung der gesundheitlichen Risiken unterschiedliche Maßstäbe anlegen.

Der EuGH entschied, dass EU-Mitgliedstaaten die Gefahren von Schwermetallen in Spielzeug zwar anders bewerten dürfen. Wollen sie dann eigene Grenzwerte festlegen, müssten sie aber nachweisen, dass diese ein "höheres Schutzniveau für die öffentliche Gesundheit gewährleisten als die Harmonisierungsmaßnahme der Union".

Für die Schwermetalle Arsen, Antimon und Quecksilber habe Deutschland diesen Nachweis nicht erbracht. In Bezug auf Blei wurde der Beschluss der EU-Kommission wegen "Widersprüchlichkeit" für nichtig erklärt. Hinsichtlich von Barium in Spielzeug hatte sich der Rechtsstreit erledigt, da mittlerweile neue Grenzwerte gelten.

Um welche Giftstoffe geht es?

ANTIMON: Antimon wird als krebserregend eingestuft. Bei Antimon-Vergiftungen zeigen sich mit Hautreizungen, Magenkrämpfen und Durchfall sowie Herz- und Kreislaufproblemen ähnliche Symptome wie bei Arsen. Ins Kinderzimmer kommt das Element als Flammschutzmittel oder über Spielzeug aus Polyester.

ARSEN: Arsen wird für Metall-Legierungen, in der chemischen Industrie und zur Herstellung von Halbleitern eingesetzt. Akute Vergiftungen führen zu blutigen Brechdurchfällen, Kreislaufkollaps und Atemlähmung. Gelangt Arsen in kleinen Mengen über längere Zeit in den Körper, kann es Störungen des Nervensystems und Krebs verursachen.

BARIUM: Barium kann über flüssige Materialien wie Farbe auf Spielzeug geraten. Vergiftungen mit der Substanz können zu Bluthochdruck führen und sich negativ auf die Nierenfunktion auswirken. Werden größere Mengen aufgenommen, können Erbrechen, Schwindel, Darmkoliken und Herzrhythmusstörungen die Folge sein.

BLEI: Blei und seine Verbindungen kommen in Farben vor. Das giftige Schwermetall wird auch in Batterien und als Lötmetall verwendet. Wer Blei über längere Zeit aufnimmt, wird blass, schwach, müde und leidet an Appetitlosigkeit. Seltene akute Bleivergiftungen rufen Koliken und Erbrechen hervor. Weitaus häufiger sind jedoch schleichende Schäden: Bei Kindern kann die geistige Entwicklung zurückbleiben. Einige Bleiverbindungen wirken auch krebserregend.

QUECKSILBER: Quecksilber reagiert im Körper mit lebenswichtigen Enzymen und hemmt deren Wirkung. Es kann zu Erbrechen und Durchfall führen, bei längerer Aufnahme auch zu Gedächtnisstörungen. Gelangt das giftige Schwermetall in die Umwelt, kann es von Mikroorganismen in Verbindungen umgewandelt werden, die das zentrale Nervensystem schädigen und schlimmstenfalls zum Tod führen. Quecksilber wird unter anderem für Neonröhren, Energiesparlampen und Batterien verwendet.


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