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Läuft: Spargelernte auf einem Feld bei Fuhrberg.© lni

Landwirtschaft

Spargelernte in Niedersachsen kommt in Schwung

In Niedersachsen kommt die Spargelernte in Schwung und die erste Bilanz fällt bereits positiv aus.

„Wir sind sehr zufrieden mit der bisherigen Ernte“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Spargelanbauer in Niedersachsen, Dietrich Paul am Donnerstag. Nach dem kalten und langen Winter wächst der Spargel mit steigenden Temperaturen nun besonders gut. In den kommenden Wochen gilt es auf rund 4500 Hektar Spargel-Anbaufläche das „weiße Gold“ zu ernten.

Zu Preisen von sechs bis neun Euro pro Kilo wird der Spargel in der Region verkauft und steht bei vielen Restaurants wieder auf der Speisekarte. Die Vermarktung des Spargel erfolge größtenteils über Hof- und Wochenmärkte sowie Verkaufsstände in den Städten. Mit einer Anbaufläche von rund 4800 Hektar ist Niedersachsen das Spargelland Nummer 1 in Deutschland.

Traditionell arbeiten vor allem Erntehelfer aus Osteuropa auf den Spargelfeldern. Sie stammen aus Polen, Rumänien und teilweise aus Bulgarien. Bis zum 24. Juni sind sie im Einsatz - dann endet die Ernte. „Seit der Wirtschaftskrise kommen die osteuropäischen Helfer gerne wieder nach Deutschland, weil sie woanders keine Arbeit finden“, sagte Paul. Vor zwei Jahren seien die Arbeiter vorwiegend in nach Großbritannien und Skandinavien gegangen.

Rund 13 000 Arbeitsverträge wurden für ausländische Erntehelfer in Niedersachsen und Bremen bis Ende März bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung in Bonn beantragt. „Das waren drei Prozent weniger als im Vorjahr“, erklärte der Sprecher der Agentur für Arbeit Niedersachsen-Bremen, Michael Köster. Damit sei die Arbeitskräftesituation bei den Landwirten derzeit aber relativ entspannt.

Allein 2900 der ausländischen Erntehelfer sind in Nienburg beschäftigt, weiß der Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Nienburg, Frank Halbsguth. Im Vergleich dazu konnten nur 56 deutsche Arbeitssuchende vermittelt werden. Der Trend setze sich fort, dass deutsche Helfer eher im Verkauf und im Fahrdienst eingesetzt werden. Das meint auch Köster. „Gerade im Verkauf sind die Sprachkenntnisse gefragt.“ Aber er weiß auch, dass deutsche Helfer die körperlich harte Arbeit nicht leisten wollten und könnten. Ein weiterer Hinderungsgrund ist die Bezahlung. Erntehelfer verdienen zwischen 6,50 und 7 Euro die Stunde, sagte Halbsguth.

„Um eine etwaige Nachfrage der Landwirte nach deutschen Arbeitskräften bedienen zu können, haben die Agenturen für Arbeit in Niedersachsen und Bremen Bewerberpools mit Arbeitslosen gebildet, die sich freiwillig für den Ernteeinsatz gemeldet haben“, sagte Köster. In diesen Pools befinden sich derzeit rund 1500 Personen.

Ob die Landwirte im kommenden Jahr weiterhin genügend polnische Erntehelfer haben werden, bleibt abzuwarten. „Aufgrund einer EU-Regelung, die am 30. April 2011 abläuft, genießen die polnischen Bürger die volle Freizügigkeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt“, sagte Halbsguth. Das heißt unter anderem, sie können sich für jede Stelle bewerben. dpa


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