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Fliegen wird immer sicherer – zumindest wenn man die Zahlen des ersten Halbjahrs 2017 betrachtet.

Fliegen wird immer sicherer – zumindest wenn man die Zahlen des ersten Halbjahrs 2017 betrachtet.
 © dpa

Luftfahrt

So sicher wie 2017 war Fliegen noch nie

40 Millionen Flüge heben jedes Jahr weltweit ab – und laut Statistik war das Reisen mit dem Flugzeug so sicher wie nie. Doch es gibt neue Gefahren.

Hannover.  Die Zahlen dürften einige Urlaubsreisende beruhigen: Fliegen war im ersten Halbjahr 2017 so sicher wie nie. Nicht einen einzigen Toten gab es an Bord kommerzieller Linienflüge zu beklagen. Zwar zählten die Unfallforscher des sogenannten JACDEC-Büros („Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre“) in Hamburg weltweit 16 Todesfälle, doch diese starben bei Fracht-, Demonstrations- oder Bedarfsflügen. „Sensationell“, jubelt daher JACDEC-Gründer Jan-Arwed Richter, der bei der Vorlage seiner Halbjahresstatistik der weltweiten Flugunfälle von einer neuen Bestmarke spricht. Die Vergleichzahl des Vorjahrs lag noch bei 175 Toten.

„Die Statistik zeigt in der Tat, was wir schon seit Langem wissen: dass das Fliegen sicher ist“, sagt Markus Wahl von der Pilotenvereinigung Cockpit. Der Flugzeugführer spricht aber von einer Momentaufnahme, die nicht das Gesamtbild abbildet. „In der Statistik werden ja nur die Unfälle aufgelistet, das spiegelt einfach nicht das Sicherheitslevel der gesamten Industrie wider“, sagt er.

Fehler im Cockpit werden oft verschwiegen

Dazu zählt er etwa den von Airline zu Airline sehr unterschiedlichen Umgang mit Fehlern oder Irrtümern. „Es gibt Airlines, die ihre Piloten da gehörig unter Druck setzen, um nicht über Fehler zu reden – das ist für die Sicherheitskultur nicht gerade förderlich“, sagt der Pilot. Auch der Hamburger Luftfahrtexperte Cord Schellenberg warnt davor, sich angesichts der Zahlen auszuruhen. „Das Motto der Luftfahrt ist immer, sich zu verbessern – und es gibt ja stets irgendwelche Vorfälle, die zwar nicht zu Katastrophen führen, aus denen man aber lernen kann.“ Für die Flugzeughersteller wie die Fluggesellschaften bleibe das eine permanente Herausforderung.

Gefahr von Oben

Gefahr von Oben: Drohnen sind für Piloten von Verkehrsmaschinen eine ganz neue Gefahr.

Andere warnen vor Risikofeldern wie den immer zahlreicher werdenden Drohnen. Die Deutsche Flugsicherung etwa schätzt, dass dieses Jahr 600.000 neue unbemannte Fluggeräte den Himmel über Deutschland bevölkern werden. Pilot Wahl sagt: „Statistisch ist es nur eine Frage der Zeit, wann es da zur ersten Kollision mit einem Verkehrsflugzeug kommt.“ Bei der neuen Drohnen-Verordnung müsse sich erst einmal zeigen, wie sie umgesetzt wird. Es hapere auch bei der Cyber-Sicherheit im Cockpit – trotz beschwichtigender Beteuerungen seitens der Industrie.

Dubai setzt bald Drohnen als Taxen ein

„Einen Schutz vor Manipulationen gibt es kaum – vor allem bei älteren Flugzeugen wurde da ja noch gar nicht dran gedacht“, sagt Wahl. Die elektronische Sicherheit im Cockpit sei bestenfalls rudimentär. Daher seien auch Spekulationen über die Zukunft des vollautomatischen, autonomen Fliegens ohne Cockpit-Besatzung aktuell kaum realistisch – selbst wenn es technisch als machbar gilt, Jets ohne Besatzung auf den Weg von A nach B zu schicken. Bemannte Flugdrohnen-Taxen, wie sie in Dubai demnächst ihren Betrieb aufnehmen sollen, würde der Käpt’n trotz aller Faszination für die Technik daher schmähen: „Bei einem Funkabriss gäbe es keine Möglichkeit, so ein Gerät noch zu steuern.“

Von dpa/RND

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