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Auf ihrer neuen Homepage eumostwanted.eu stellt Europol die meistgesuchten Verbrecher Europas vor.

Online-Fahndung

So sehen die meistgesuchten Verbrecher aus

Die gut 500 Millionen Einwohner der EU können sich dank einer neuen Europol-Website an der Fahndung nach den meistgesuchten Verbrechern und Terrorverdächtigen aus den teilnehmenden Ländern beteiligen. Auf der am Freitag freigeschalteten Web-Adresse eumostwanted.eu sind Fotos und Steckbriefe von derzeit 45 Flüchtigen eingestellt, darunter die des mutmaßlichen Paris-Attentäters Salah Abdeslam.

Den Haag. Über die Seite können Bürger direkt Hinweise an die zuständigen Polizeibehörden schicken - wofür in Einzelfällen sogar eine dicke Belohnung winkt.

Es handele sich "um die erste europaweite Initiative, eine Fahndungsliste auf einer gemeinsamen Plattform zu veröffentlichen", erklärte die in Den Haag sitzende europäische Polizeibehörde. Die in 17 Sprachen verfügbare Website solle die "Sicherheit erhöhen". Nach der Freischaltung war die Seite allerdings mehrfach nicht abrufbar.

Sie ist auch eine Reaktion auf das Versagen der grenzübergreifenden Polizeiarbeit, das im Zuge der Anschläge von Paris mit 130 Toten offenkundig wurde. Abdeslam steht ganz oben auf der Liste. Dem Belgier war es gelungen, sich in der Nacht der Attacken von Freunden aus Brüssel in Paris abholen zu lassen und auf dem Rückweg nach Brüssel mehrere Polizeisperren zu passieren. Auch zweieinhalb Monate nach der Anschlagsserie fehlt von ihm jede Spur.

Auf der Seite können die Fahndungsfotos der Gesuchten angeklickt werden. Dann erscheint ihr Bild in Großformat sowie ein Steckbrief und eine Kurzzusammenfassung der Verbrechen, die sie begangen haben sollen. Während Abdeslams Foto der EU-Öffentlichkeit inzwischen weitgehend bekannt ist - das Bild wurde nach den Anschlägen bereits über alle möglichen Medien verbreitet - stehen auf der "Most Wanted"-Liste von Europol auch viele völlig unbekannte Verbrecher. So wird etwa ein 63-jähriger rumänische Yoga-Lehrer gesucht, dem Kindesmissbrauch und Kinderpornografie vorgeworfen werden.

Eine prominentere Figur ist der italienische Mafiaboss Matteo Messina Denaro. Der Anführer der sizilianischen Cosa Nostra, dem unter anderem Mord und schwere Körperverletzung zur Last gelegt werden, ist seit vielen Jahren flüchtig - nach ihm wird mit einem Schwarzweißfoto gefahndet. Wer die österreichische Polizei auf die Fährte von Hime Lufaj aus dem Kosovo setzt, der einen Polizisten ermordet haben soll, kann mit einer Belohnung von 10.000 Euro rechnen.

Erstellt wurde die Seite vom Polizeinetzwerk Enfast, in dem die europäischen Zielfahnder zusammengeschlossen sind, mit Unterstützung von Europol. Die Polizei jedes Teilnehmerlands kann ihre meistgesuchten Verdächtigen auf die Seite stellen.

afp


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