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GRUPPENBILD MIT DAMEN: Dollpark-Geschäftsführer Michael Wendt inmitten seiner Silikonpuppen, die er an einsame Männer verkauft.

GRUPPENBILD MIT DAMEN: Dollpark-Geschäftsführer Michael Wendt inmitten seiner Silikonpuppen, die er an einsame Männer verkauft.© Philipp Guelland

Sex

Sierksdorf: Der Dollpark gibt Gummi

Der Blick von Leeloo ist ausdruckslos. Ihre Beine sind leicht gespreizt. Unbekleidet und ungerührt sitzt die Brünette in der Lagerhalle. Hinter ihr stapeln sich ihre Kolleginnen, verpackt in Kartons, verteilt auf mehreren Regalreihen. Denn: Leeloo ist eine Silikonpuppe.

Sierksdorf. Bei den Kunden sei sie sehr beliebt, sagt ihr Schöpfer Michael Wendt. Der 44-Jährige ist der Inhaber vom Dollpark, einem Online-Versand für Gummi- und Silikonpuppen mit Sitz in Sierksdorf in Ostholstein. 1998 kaufte er für 380 Mark die Internetseite www.gummipuppen.de. Wochen später startete er mit dem Verkauf von Sexspielzeugen. „Jeder, der sich für Silikonpuppen interessiert, kennt den Dollpark“, sagt Wendt stolz.

Wer aber interessiert sich für die künstlichen Damen? Seine Kunden suchten vor allem käufliche Nähe statt käuflichen Sex, sagt der Geschäftsmann. Einige von ihnen setzten ihre Puppe mit an den Esstisch, um mit ihr zu frühstücken.

Die Einschätzung teilt der Hamburger Sexualtherapeut Stephan Moschner. Der Reiz liege unter anderem an der Neugierde nach Neuem. Zudem könne ein Mann mit einer Silikonpuppe seine Solosexualität ohne echten Partner ausleben. „Auf diese Weise kann er reale Nähe umgehen und so Konflikte mit einer Partnerin vermeiden, bei denen es um sexuelle Wünsche geht“, sagt Moschner.

Er vermutet den Silikonpuppenliebhaber in der Mittelschicht, allein wegen der Kosten: Für Leeloo verlangt Wendt 5500 bis 6000 Euro. Dafür erhält der Käufer „fast uneingeschränkte Bewegungsfreiheit“, die den „Fantasien kaum Grenzen“ setzen, wie es auf der Internetseite heißt.

Seit 2002 bauen Wendt und seine Mitarbeiter die Silikonfrauen auch selbst. In ihrer Werkstatt bringen sie die Damen in Form und achten auf jedes Detail: Augenbrauen, Wimpern - alles muss sitzen. Auf der Internetseite werden Busen- und Unterleibsmodelle für den originalgetreuen Nachbau gesucht.

„Perfektion aus Silikon“ versprechen Wendt und seine Kollegen bereits am Eingangstor der Lagerhalle. Alleine bei seinem extravaganten Geschäft will es Wendt nicht belassen. Er denkt darüber nach, Puppen für den medizinischen Bereich, etwa für Studenten, zu bauen. Dann könnte Leeloo schon bald auf dem OP-Tisch einer Universitätsklinik liegen. Natürlich nur im Sinne der Wissenschaft.


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