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Nach Angaben des Siemens-Konzerns gab es 2015 knapp 550 000 Blitzeinschläge in Deutschland.

Nach Angaben des Siemens-Konzerns gab es 2015 knapp 550 000 Blitzeinschläge in Deutschland.© Marcel Kusch

Wetter

Schweinfurt ist die deutsche Blitz-Hauptstadt 2015

Schweinfurt darf sich Blitz-Hauptstadt des Jahres 2015 nennen. Konkrete Auswirkungen hat dieser Titel nicht. Die Statistik dahinter bietet aber einen Nutzen, denn die flächendeckende Erfassung von Blitzeinschlägen ist wichtig etwa für die Unwettervorhersage.

Karlsruhe. Schweinfurt ist die neue Hauptstadt der Blitzeinschläge in Deutschland. Pro Quadratkilometer gingen in dem unterfränkischen Ort im vergangenen Jahr rechnerisch 4,5 Blitze nieder.

 An zweiter Stelle folgt der Erzgebirgskreis in Sachsen (4,3). Die wenigsten Blitzeinschläge habe es 2015 in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel (0,18) und im nahe gelegenen Landkreis Plön (0,23) gegeben, teilte Siemens in Karlsruhe mit.

 In der badischen Stadt betreibt das Unternehmen eine Zentrale zur Erfassung von Blitzeinschlägen. Cottbus führte die Liste 2014 an und kam auf 8,4 Einschläge pro Quadratkilometer. Über Schäden sagt die Statistik nichts aus.

 Insgesamt zählte Siemens mit rund 550 000 Blitzeinschlägen eine im langjährigen Vergleich niedrige Zahl. 2014 waren es fast 623 000. Die Gewitteraktivität schwankt von Jahr zu Jahr stark. "Im Jahr 2015 gab es in Deutschland auffallend wenige Gewitter", sagte der Leiter des Blitz-Informationsdienstes, Stephan Thern. 2007 etwa war das mit mehr als 1,1 Millionen Blitzeinschlägen ganz anders. Auch das laufende Jahr zeigt sich bisher ziemlich gewittrig.

 Im Bundesländer-Ranking 2015 liegt Sachsen mit durchschnittlich 2,35 Blitzeinschlägen je Quadratkilometer vor Nordrhein-Westfalen (1,88) und Sachsen-Anhalt (1,69). Mit 2,03 Blitzen landete die Region Hannover auf Rang 85.

Am seltensten krachte es im Saarland (0,67), in Schleswig-Holstein (0,76) und in Bremen (0,8).

 Ein Ziel der Messungen sei es, die Vorhersage von Gewittern zu verbessern, sagte Thern. "Dazu arbeiten wir mit Wetterdiensten zusammen an Lösungen, mit denen durch Beobachtung der Blitzaktivität und anderer Wetterparameter die Zugrichtung der Gewitterzelle berechnet wird."

 Neben Wetterdiensten nutzen vor allem Versicherungen, Energieversorger und Industrieunternehmen die Daten. So wisse der Betreiber einer Stromleitung nach einem Ausfall rasch, ob ein Blitzeinschlag verantwortlich war. Dann nämlich könne die Leitung schnell wieder ans Netz genommen werden.

dpa


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