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Aktion

Schlabberlook am Tag der Jogginghose

Sie gilt als Sportklassiker, als gemütliche Baumwollbuxe für die Couch, in manchen Kreisen sogar als Modetrend: Die Jogginghose. Immer am 21. Januar wird der verpönte Schlabberlook salonfähig.

Berlin. Zum internationalen Jogginghosentag gehen Anhänger demonstrativ in Jogginghosen zur Arbeit, ins Restaurant oder zu besonderen Schlabber-Partys. Auch mancher Schüler drückt dann in Schlabberhose die Schulbank. Dabei ist die ausgebeulte Sporthose in Schulen selten gern gesehen. Schulen können den Schlabberlook zwar nicht wirklich verbieten, denn für Schüler gilt das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. "Rechtlich haben sie fast keine Möglichkeit, nur wenn der Schulfrieden gestört oder Unterricht unmöglich gemacht wird oder es gegen die Sitten geht", sagt Gerhard Brand, stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE).

Aber viele Schulen finden in ihrem Leitbild oder in der Schulkonferenz einen Konsens mit Eltern und Schülern, welche Kleidungsstücke tabu sind. "Die Schule hat natürlich den Auftrag, nicht nur zu bilden, sondern auch zu erziehen", erklärt Brand. "Wenn jemand mit einer Jogginghose zum Bewerbungsgespräch kommt, darf er sich nicht wundern, dass er den Job nicht bekommt."

Matthias Geisriegler greift gerne bewusst zur Jogginghose. "Sie ist bequem, mit allen kombinierbar, sie ist zeitlos!", sagt der 22-jährige Österreicher, der den Jogginghosentag 2009 gemeinsam mit Schulfreunden ins Leben gerufen hat. "Prinzipiell finde ich nicht, dass irgendwas gegen Jogginghosen an der Schule spricht. Zumindest einmal im Jahr ist das überhaupt kein Problem." Wohlfühlen sollte man sich, sagt er. Für den Studenten kommt es dabei aber auch immer auf den Zustand der Jogginghose an: "In der Schule sollte es keine kaputte, alte, ungewaschene Jogginghose sein."

Hintergrund

Die Geschichte der Jogginghose beginnt in den 1970er Jahren. Die damals überwiegend aus Nylon gefertigten, weit geschnittenen Sportanzüge sollten Sportler auch bei schlechtem Wetter warmhalten. In den 1980ern eroberten Jogginghosen aus Baumwolljersey den Markt, bevor sie in den 1990ern endgültig in den Alltag einzogen. Die Rap- und Hip-Hop-Szene hat die Jogginghose längst gesellschaftsfähig gemacht. Globale Anerkennung für die Jogginghose fordern die Initiatoren des internationalen Jogginghosentags: Am 21. Januar soll der Schlabberlook zum Leidwesen modebewusster Zeitgenossen überall präsentiert werden.

Der "International Sweatpants Day" geht auf eine Faschingsidee von vier Schülern aus der österreichischen Stadt Graz zurück. Nach ihren Angaben machen Schlabberlook-Fans in mehr als 50 Ländern mit. Die Facebook-Seite zum kuriosen Aktionstag zählt mehr als 46 000 Anhänger. Aber selbst wer in seiner Beulenhose auf der heimischen Couch liegen bleibt: Wie es das Schicksal will, fällt der Tag der Jogginghose zufällig auch auf den Weltknuddeltag, den es schon rund 30 Jahre gibt. Und das passt ja zur kuscheligen Jogginghose.


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Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

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