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Kreuze, Blumen und Kerzen erinnern in einem Waldstück in Berlin daran, dass hier die tote Schwangere gefunden wurde.

Kreuze, Blumen und Kerzen erinnern in einem Waldstück in Berlin daran, dass hier die tote Schwangere gefunden wurde. © Paul Zinken/Archiv

Prozesse

Prozess um ermordete Schwangere: Angeklagte verweigern Aussage

Was am Abend des 22. Januar in dem Wald im Südosten Berlins geschah, ist schwer zu fassen. Eine junge Frau wird mit Benzin übergossen und mit einem Feuerzeug angezündet. Sie verbrennt - mit ihrem ungeborenen Baby. Nun hat der Prozess gegen zwei junge Männer begonnen.

Berlin. Zum Auftakt des Berliner Prozesses um den qualvollen Feuertod einer schwangeren jungen Frau haben die beiden Angeklagten geschwiegen.

Lediglich "Nein" sagten die 20-Jährigen vor dem Landgericht auf die Frage der Richterin, ob sie zu den Tatvorwürfen Stellung nehmen.

Einer der Angeklagten ist der Vater des toten Kindes. Die Ermittler gehen davon aus, dass mit dem Verbrechen die Geburt des kleinen Mädchens verhindert werden sollte. Maria P. war im achten Monat schwanger.

Die Anklage wirft den beiden 20-Jährigen gemeinschaftlichen,  heimtückischen und grausamen Mord aus niederen Beweggründen vor. Sie sollen die arglose 19-Jährige am Abend des 22. Januar in den einsamen Wald im Stadtteil Köpenick gelockt haben. Dort habe zunächst einer der beiden mit einem Teleskopschlagstock auf sie eingeprügelt.

Dann hielten sie die Schwangere fest und versetzten ihr Messerstiche in den Bauch und in die Seite. Während einer das Opfer weiter festhielt, habe der andere Benzin aus einem Kanister auf die werdende Mutter geschüttet und sie bei vollem Bewusstsein mit einem Feuerzeug in Brand gesetzt. Die Frau habe noch geatmet, als sie angezündet wurde, hieß es.

Verhandelt wird vor einer Jugendstrafkammer. Schon nach knapp 20 Minuten wurde der Prozess nach der Aussage-Verweigerung unterbrochen. Am Nachmittag sollten erste Zeugen gehört werden. Die Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft. In Vernehmungen bezichtigten sie sich laut Staatsanwaltschaft gegenseitig der Tat.

Anwalt Roland Weber, der den Bruder der Getöteten als Nebenkläger vertritt, sagte am Rande des Prozesses, "es ist sehr, sehr schwer für die Angehörigen". Die Familie habe sich zurückgezogen, nur der Bruder werde im Gerichtssaal die Verhandlung verfolgen. Wenn die Vorwürfe zutreffen sollten, sei das "eine völlig ungeheuerliche Tat".

Spaziergänger hatten die verkohlte Leiche von Maria P. gefunden. Die junge Frau, die ihre Ausbildung wegen der Schwangerschaft unterbrochen hatte, war laut Anklage arglos in das Auto zu den beiden gestiegen. Sie hoffte nach rund dreimonatiger Trennung wohl auf eine Aussöhnung mit ihrem Ex-Freund.

In Ermittlerkreisen hieß es, Auslöser des grausamen Mordes sei vermutlich ein Schreiben des Jugendamtes gewesen. Darin sei der damals 19-Jährige aufgefordert worden, die Vaterschaft anzuerkennen. Das habe er aber auf gar keinen Fall gewollt. 

dpa


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