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Der Mordverdächtige (L) beim Prozessauftakt im Landgericht in Hannover.

Der Mordverdächtige (L) beim Prozessauftakt im Landgericht in Hannover. © Sebastian Kahnert

Prozesse

Prostituierte zerstückelt: 25-Jähriger vor Gericht

Er soll die Prostituierte in seiner Wohnung erstochen haben, weil sie keinen Sex mit ihm wollte: Rund neun Monate nach dem grausigen Fund einer zerstückelten Frauenleiche im Maschsee in Hannover hat der mutmaßliche Mörder zum Prozessauftakt geschwiegen.

Hannover. Die Staatsanwaltschaft legt dem 25-Jährigen zur Last, die 44-Jährige aus Mordlust, niedrigen Beweggründen und zur Befriedigung des Geschlechtstriebs erstochen zu haben. Im Prozess soll unter anderem ein Psychiater etwas zur Schuldfähigkeit des Drogensüchtigen sagen. Zunächst sind zehn Verhandlungstage angesetzt. 31 Zeugen sowie vier Sachverständige sind geladen.

Der Mann lernte die Prostituierte laut Anklage Ende Oktober vergangenen Jahres im Rotlichtviertel kennen. Teile der zerstückelten Leiche soll er später mit Hilfe einer Freundin in den See geworfen haben. Gegen die junge Frau wurde zunächst auch ermittelt, das Verfahren inzwischen aber eingestellt. Schon bei der Polizei hatte der Angeklagte die Tat abgestritten, er soll aber später mit einem Mitgefangenen darüber gesprochen haben. Er ist bereits wegen Körperverletzung und Drogendelikten vorbestraft.

Die rechtsmedizinischen Gutachter gaben vor Gericht Auskunft über die Obduktion der Leichenteile. "Aufgrund fehlender Teile des Körpers konnten wir keine eindeutige Todesursache finden." Am ehesten komme ein Verblutungsschock nach einem Stich in die Aorta infrage, sagte ein Arzt. Es gebe keinen Hinweis auf einen natürlichen Tod, etwa durch Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Nach der Tat kamen abstruse Details über den Mordverdächtigen ans Licht. Den Fahndern zufolge sympathisiert er mit Rechtsextremen und neigt zu Gewaltfantasien. Nach Medienberichten stellte er gewaltverherrlichende Rap-Songs, Gedichte und Videos ins Internet.

Die Tote stammte aus Ibbenbüren in Nordrhein-Westfalen und war erst kurz vor der Tat nach Hannover gezogen. Ihre Eltern, zwei Schwestern sowie ihr 23-jähriger Sohn lassen sich von Nebenklägern vertreten.

dpa


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