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Die Insolvenzverwalterin der Odenwaldschule, Sylvia Rhein, spricht mit Medienvertretern.

Die Insolvenzverwalterin der Odenwaldschule, Sylvia Rhein, spricht mit Medienvertretern. © Fredrik von Erichsen/Archiv

Schulen

Odenwaldschule geht ins Insolvenzverfahren

Für die krisengeschüttelte Odenwaldschule wird ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Privateinrichtung im südhessischen Heppenheim ist zahlungsunfähig, wie die Rechtsanwältin Sylvia Rhein nach einer Prüfung mitteilte.

Heppenheim. Rhein ist dann nicht mehr vorläufige, sondern bestellte Insolvenzverwalterin. Nun müsse geklärt werden, "ob das Erwerberkonzept "Schuldorf Lindenstein" von den Behörden als genehmigungsfähiges Konzept anerkannt wird", sagte sie.

Eine aus Eltern bestehende Gruppe will versuchen, die Schule unter neuem Namen in abgespeckter Form weiterzuführen. Der Landkreis Bergstraße betonte als eine der Aufsichtsbehörden, es gebe aber noch kein wirtschaftlich tragfähiges Konzept für die nächsten drei Jahre. "Außerdem liegt noch kein Antrag auf Betriebsgenehmigung vor", hieß es in einer Stellungnahme.

Das staatliche Schulamt Heppenheim teilte mit, die Initiatoren planten, den Schulbetrieb zum 7. September wieder aufzunehmen. "Zum Erhalt eines Bildungsangebots ist ein Personalabbau unumgänglich", sagte Rhein. Zuletzt gab es noch rund 150 Schüler und fast 110 Mitarbeiter.

Mitte Mai hatte die Odenwaldschule noch verkündet, nach einem Rettungsappell in letzter Minute seien mehr als 2,2 Millionen Euro für den Weiterbetrieb zusammengekommen. Einen Monat später wurde dann bekanntgegeben, dass Insolvenzantrag gestellt wurde.

"Das Ergebnis der Prüfung belegt, dass die Insolvenz der Schule durch betriebswirtschaftliches Missmanagement eingetreten ist", sagte Rhein. "Die Geschäftsführung versäumte es, rechtzeitig Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen zu ergreifen, die eine Insolvenz hätten verhindern können."

An der Schule kochte 2010 zum 100-jährigen Bestehen ein Missbrauchsskandal hoch, bei dem vor allem in den 70er und 80er mindestens 132 Schüler Übergriffe von Lehrern ausgesetzt waren. Es folgte Streit, Aufsichtsbehörden griffen ein und die Schule legte neue Konzepte vor. Die Zahl der Schüler im Privatinternat ging stark zurück.

Die Querelen an der Spitze hielten auch noch nach dem Insolvenzantrag an. Die Odenwaldschule hatte am Mittwoch zwei Führungskräften fristlos gekündigt, die im Februar erst vorgestellt und als Retter gepriesen worden waren. Die beiden hatten sich aber zuletzt kritisch geäußert.

dpa


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