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Machte sich vor Ort ein Bild: US-Präsident Obama.© dpa

Umwelt

Obama warnt vor Naturkatastrophe

US-Präsident Barack Obama sieht am Golf von Mexiko die Gefahr einer Naturkatastrophe von nie dagewesenem Ausmaß.

Zugleich machte er am Sonntag bei seinem Besuch in der Region den britischen Konzern BP für die Ölpest verantwortlich. Obama bekräftigte, „BP wird die Rechnung dafür bezahlen“. Nun komme es darauf an, alles zu tun, um die Krise zu beenden. Der Ölteppich dehnt sich unterdessen weiter aus. Inzwischen riefen die US-Bundesstaaten Louisiana, Florida, Alabama und Mississippi den Notstand aus.

Der Präsident war am Sonntag in Venice am Mississippi-Delta mit Vertretern der Küstenwache und anderen Experten zusammengetroffen. „Wir haben eine massive und möglicherweise noch nie dagewesene Naturkatastrophe“, sagte der Präsident anschließend.

BP hatte die Ölbohrung veranlasst. Die von dem Konzern geleaste Bohrinsel „Deepwater Horizon“ war am 22. April nach einer Explosion gesunken. Seitdem sprudeln in 1500 Meter Tiefe täglich knapp 700 Tonnen Rohöl ins Meer. BP-Chef Tony Hayward sagte dem britischen Nachrichtensender BBC laut Internet: „Ich stimme dem Präsidenten zu, dass die höchste Priorität im Moment ist, das Leck zu beseitigen und den Schaden zu mildern.“

Der Chef von BP in den USA, Lamar McKay, sagte der BBC zufolge, die Hoffnung ruhten nun darauf, in den nächsten sechs bis acht Tagen als kurzfristige Möglichkeit eine „Kuppel“ über das Bohrloch zu stülpen. Die Versuche, den Austritt des Öls mit ferngesteuerten Robotern zu stoppen, waren bislang erfolglos. Obamas Innenminister Ken Salazar sagte laut BBC am Sonntag, es könnte bis zu drei Monate dauern, bis Entlastungsbohrungen die Lecks zum Versiegen bringen.

Bis zum Sonntagabend waren dünne Ausläufer des Ölteppichs in die Kanäle zwischen den kleinen Inseln vor der Küste Louisianas geschwappt. Die ersten schweren Ölklumpen könnten am Montag oder Dienstag angeschwemmt werden. Verschlimmert wird die Situation durch das stürmische Wetter: Die Wellen behindern das Auslegen schwimmender Barrieren und das Absaugen des Öls.

Die Behörden verhängten am Sonntag ein Fischereiverbot für die am stärksten bedrohten Küstengewässer. Zigtausende Fischer sind betroffen. Die US-Behörde für Ozeanographie verfügte ein Fangverbot zunächst für mindestens zehn Tage. Es gilt für kommerzielle und Hobbyfischer. Wissenschaftler sollen prüfen, ob der Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten noch sicher ist. Die Fangverbotszone reicht von den Gewässern vor Venice am Mississippi-Delta bis zur Pensacola Bay an der Westküste Floridas.

In einigen Küstengebieten wurden erste verschmutzte Vögel gefunden. „Dieses Ereignis ist so groß und es dehnt sich so schnell aus, dass der Mensch eigentlich keine effektiven Antworten darauf geben kann“, sagte Richard Charter von der US-Umweltschutzgruppe Defenders of Wildlife dem US-Nachrichtensender CNN. Die Ölkatastrophe werde jahrzehntelange Folgen haben. Das Mississippi-Delta liegt an der Südküste der USA im Bundesstaat Louisiana. In den kaum zugänglichen Sümpfen liegen die Laichgebiete und Brutstätten zahlreicher Fisch- und Vogelarten. Auch eine Vielzahl von Pflanzen hat sich in den Feuchtgebieten angesiedelt. dpa


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