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Nach einer stürmischen Nacht im Norden ist der Fischmarkt im Stadtteil St.Pauli überflutet worden.

Nach einer stürmischen Nacht im Norden ist der Fischmarkt im Stadtteil St.Pauli überflutet worden. © Daniel Bockwoldt

Wetter

November erreicht Rekord-Wärme und beendet Dürre mit Dauerregen

Umgeknickte Bäume, geflutete Straßen: Der November verabschiedet sich mit Sturm und Regen. Der Winter beginnt wohl viel zu warm - und es bleibt ungemütlich.

Berlin. Der November ist in Deutschland in diesem Jahr extrem mild ausgefallen. Mit 7,5 Grad lag die Durchschnittstemperatur um 3,5 Grad über dem Mittelwert aus drei Jahrzehnten, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Noch nie seit Beginn der regelmäßigen Messungen vor mehr als 130 Jahren in Deutschland war ein November so mild und bot über Tage verspätetes Biergartenwetter. Zum Ende wurde es dann noch einmal richtig stürmisch: In der Nacht zu Montag zog ein schweres Unwetter über Deutschland und richtete an vielen Orten Schäden an.

Für die Meteorologen beginnt an diesem Dienstag der Winter - mit bis zu 15 Grad am Oberrhein ebenfalls zu warm. Im Rest der Republik zeigen die Thermometer voraussichtlich 8 bis 15 Grad. "Der Winter beginnt nach einer frostfreien Nacht etwa sieben Grad wärmer als im langjährigen Mittel", sagte Meteorologe Christoph Hartmann. Der anhaltende Dauerregen in der Mitte und dem Süden Deutschlands, grauer Himmel sowie starker Wind sorgen trotzdem vielerorts für Schmuddelwetter.

Schon am Wochenende war es oft ungemütlich. In einigen Gebieten mussten die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr in der Nacht zu Montag gleich mehrfach ausrücken. Auslöser waren in den meisten Fälle umgeknickte Bäume, von Dächern gefallene Ziegelsteine oder umgewehte Straßenschilder. Allerdings waren weitaus schlimmere Schäden erwartet worden. Besonders heftig traf es die Nord- und Ostseeküste. Die Spitzengeschwindigkeit von 133 Stundenkilometern wurde vom DWD in List auf Sylt gemessen. Das entspricht Orkanstärke.

Im Landkreis Oldenburg rammte ein Zug einen Baum, der nach heftigen Böen auf die Schienen gestürzt war. Der Lokführer wurde leicht verletzt. Die rund 150 Fahrgäste stiegen auf Bus und Taxi um. In Schleswig-Holstein und Hamburg mussten die Feuerwehren rund 300 Mal ausrücken, um Bäume oder weggewehte Dachziegel von den Straßen zu räumen. In Hamburg wurde der Fischmarkt überflutet.

Auf der Autobahn 2 in Sachsen-Anhalt machten Regen und Hagel den Autofahrern zu schaffen. Nach einem Auffahrunfall zweier Lastwagen bei Alleringersleben musste die Autobahn für mehrere Stunden in Richtung Hannover teilweise gesperrt werden.

Zu mehreren Unfällen mit Blechschäden kam es infolge des starken Windes auf der Autobahn 9 in Bayern. Zwischen Hof und Münchberg stürzte ein Baum auf die Fahrbahn. Mehrere Autos und Lastwagen konnten nicht mehr rechtzeitig ausweichen, verletzt wurde aber niemand. Auf der Autobahn 8 in Baden-Württemberg kam ein Autofahrer ins Schleudern und löste eine Kettenreaktion aus. Bei nasser Fahrbahn und starken Böen krachten nahe Karlsbad sechs Autos ineinander. Fünf Menschen verletzten sich.

In Mecklenburg-Vorpommern schlug ein Blitz in ein Windrad ein, das auf dem Dach einer Scheune angebracht war. Durch Überhitzung und Funkenflug geriet das Dach der Scheune im Kreis Mecklenburgische Seenplatte in Brand. In Großhartau in Ostsachsen wurden auf einem kleinen Weihnachtsmarkt Pavillons umgeweht und Holzbuden zerstört.

Auch über Schweden und Dänemark wüteten Unwetter. In manchen Gebieten - im dänischen Jütland und in Südschweden - wurden dabei auch Orkanböen gemessen. In Schweden waren mehrere zehntausend Menschen von einem Stromausfall betroffen. Im Containerhafen der dänischen Stadt Aarhus stieß der Wind über hundert Container um. In beiden Ländern mussten mehrere Zugverbindungen eingestellt und Brücken zeitweise für den Verkehr geschlossen werden.

dpa


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