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Dschungelcamp

Nathalie Volks Mutter geht wieder zur Schule

Die Mutter von Nathalie Volk ist zurück in Deutschland. Die Lehrerin aus Soltau,
deren Reise zum Dschungelcamp nach Australien bundesweit für Empörung sorgte, hat sich am Montag um 8.30 Uhr mit ihrer Schulleitung zu einem klärenden Gespräch getroffen.

SOLTAU. „Sie fühlt sich immer noch nicht so fit, wird morgen aber versuchen, den Dienst wieder anzutreten“, sagte ihr Anwalt Andreas Hebestreit am Montag. Ihr wird ein Kollege zugeordnet, der mindestens heute mit ihr zusammen den Unterricht am Gymnasium Soltau leiten soll, so der Jurist.

Was war geschehen? Die Gymnasial
lehrerin für Mathe und Physik hatte sich krankschreiben lassen und war mit ihrer Tochter Nathalie gereist. Die 19-Jährige zog ins RTL-Dschungelcamp. Dafür erntete die Lehrerin scharfe Kritik. „Diese Frau nimmt doch kein Schüler mehr ernst“, schrieb ein User bei Facebook. Andere Kommentare gingen laut Hebestreit „weit unter die Gürtellinie“.

Bereits im Oktober 2015 hatte die Lehrerin, so Hebestreit, einen Antrag auf Sonderurlaub gestellt. Der wurde abgelehnt. Am 4. Januar ging die Frau zum Arzt und ließ sich krankschreiben. Rund eine Woche später flog sie nach Australien. Brisant: Ihr war wohl sogar bewusst, dass ihr Vorgehen kritisch gesehen werden könnte: „Dass sie sich von zwei Ärzten hat untersuchen lassen, könnte damit zusammenhängen, dass sie mit Problemen rechnete“, bestätigte ihr Anwalt.

Trotzdem sieht Hebestreit keine schlimmeren Konsequenzen auf seine Mandantin zukommen: „In Rede steht nur eine Kürzung der Bezüge“, sagte er. Sollte ihr jedoch nachgewiesen werden können, dass sie die Erkrankung nur vorgetäuscht hat, dann drohen ihr ein „schriftlicher Tadel, die Kürzung der Dienstbezüge oder sogar die Entfernung aus dem Beamtenverhältnis“, erklärte Bianca Schöneich, Sprecherin der Landesschulbehörde. Was davon in diesem Fall in Betracht kommt, werde man aus Datenschutzgründen nicht sagen. Offen bleibt daher auch, wie die Behörde damit umgehen wird, dass sich die Mutter anscheinend Flug und Aufenthalt vom Sender RTL hat bezahlen lassen. Für Lehrer besteht nach Beamtenstatusgesetz ein „grundsätzliches Annahmeverbot“ für Flugtickets.

Der Anwalt behielt sich zudem vor, rechtliche Schritte gegen Schulleitung, 
Eltern oder Schüler einzuleiten. Heißt, Volk könnte Schadensersatz fordern, wegen Rufschädigung, Beleidigung oder übler Nachrede. Das Verhältnis zwischen ihrem Dienstherrn und seiner Mandantin sieht ihr Anwalt allerdings nicht als nachhaltig geschädigt an. Hebestreit: „Um eine Versetzung zu bitten, steht für sie nicht zur Debatte.“

tow


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