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Karneval

Narren sind los: Am Wochenende starten die Umzüge

In Niedersachsen stehen die Narren in den Startlöchern. Hunderttausende werden am kommenden Wochenende jedem Wetter trotzen und schunkelnd durch die Innenstädte ziehen.

Am Samstag (13.) werden in Hannover zum Umzug bis zu 130 000 Jecken erwartet, zum sogenannten Ossensamstag in Osnabrück bis zu 100 000 Schaulustige. Am Sonntag schlängelt sich dann der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands und der mittlerweile drittgrößte Deutschlands durch Braunschweig: Der „Schoduvel“ soll je nach Wetter zwischen 180 000 und 230 000 Zuschauer anlocken.

Das Wetter macht dem Braunschweiger Zugmarschall Hans-Peter Richter einige Sorgen: „Wir hoffen, dass Petrus die Heizung ein bisschen aufdreht“, sagte Richter. Viele der Teilnehmer kämen aus den umliegenden Städten und Dörfern. Angemeldet seien etwa 220 Gruppen, Wagen und Musikkapellen mit mehr als 4400 Teilnehmern. Sie wollen den rund 6,3 Kilometer langen Zug mit gut 60 Prunkwagen bilden. „Nur in Mainz und Köln sind die Umzüge noch länger“, sagte Zugmarschall Richter. Noch länger soll der Zug allerdings aus organisatorischen Gründen nicht werden.

Das närrische Volk will natürlich auch die Politik wieder ordentlich auf die Schippe nehmen. Themen sollen unter anderem das Endlager Asse, die Finanzkrise und der Kampf zwischen Porsche und VW sein. Die Schaulustigen am Wegesrand können sich unter anderem auf 15 Tonnen Kamelle oder Bolchen freuen - so werden die Bonbons in Braunschweig genannt werden. Zudem regnen 15 000 Schokotäfelchen, 25 400 Päckchen Taschentücher, 50 000 Keksriegel und anderes Wurfmaterial auf die Narren nieder. Das ganze Spektakel wird von 13.00 Uhr an vom NDR im Fernsehen live übertragen.

Die Narren in Hannover ziehen schon einen Tag früher (13.) durch die Straßen der Landeshauptstadt. Der Zug startet um 15.11 Uhr am neuen Rathaus und wird nach Angaben des Vizepräsidenten des Kommitees Hannoverscher Karneval, Reinhard Kramer, drei Kilometer lang sein. 100 Gruppen mit 3000 Teilnehmer werden erwartet. 20 Festwagen und fast genauso viele Musikkapellen sind auch mit von der Partie. „Es wird mehr Kamelle geben“, verspricht Kramer. Nachdem im November noch das Aus für den „Ossensamstag“ in Osnabrück drohte, bereiten sich nun die Osnabrücker Närrinnen und Narren auf den traditionellen Umzug durch die Innenstadt am Samstag (13.) vor.

Die klamme Stadt hatte von den Karnevalisten einen Beitrag für die Reinigung der Straßen in Höhe von 10 000 Euro gefordert. Sponsoren sprangen ein und übernahmen die Kosten. Auch in Osnabrücks Nachbarstadt Georgsmarienhütte zieht einen Tag später, am „Hüttensonntag“ (14.) närrisches Volk durch die Stahlhüttenstadt. Abhängig vom Wetter werden dort bis zu 30 000 Menschen erwartet.

Auch in der Grafschaft Bentheim und im Emsland sind die Narren los. Größter Umzug ist Rosenmontag in Emsbüren, wo ebenfalls bis zu 30 000 Menschen erwartet werden, sagte ein Polizeisprecher.

In Ganderkesee hoffen die Organisatoren auf mehrere Zehnttausend Menschen am Samstag (13.). „Es wird voll und kuschelig“, sagte der Sprecher der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine, Ralf Hüttemeyer. 115 Wagen und Gruppen wollen an dem Spektakel teilnehmen. Politische Motive wie im Rheinland sind allerdings nicht zu erwarten. Alleine beim Umzug gebe es 3600 Mitwirkende. Die Gruppen kämen sogar aus dem Harz, würden bei Freunden übernachten oder in Turnhallen. Wir hoffen auf Sonne, nur kein Regen oder Matsch“, sagte Hüttemeyer. lni


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