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Bernhard Blaszkiewitz, Direktor des Zoos in Berlin, gerät immer heftiger unter Druck.

Bernhard Blaszkiewitz, Direktor des Zoos in Berlin, gerät immer heftiger unter Druck. © Tim Brakemeier/ Archiv

Tiere

Nach Krisensitzung: Berliner Zoo-Chef bleibt im Amt

Der umstrittene Berliner Zoo- und Tierparkchef Bernhard Blaszkiewitz bleibt zunächst im Amt. Das ist das Ergebnis einer dreistündigen Krisensitzung des Präsidiums des Aufsichtsrates.

Berlin. Blaszkiewitz war zuvor angehört worden zu Vorwürfen, er habe sich frauenfeindlich geäußert.

Blaszkiewitz wird sich an diesem Dienstag schriftlich an die Belegschaft wenden, wie der Aufsichtsratschef Frank Bruckmann am Montagabend sagte. Außerdem beschlossen die Aufsichtsräte, einen Posten für eine Gleichstellungsbeauftragte einzurichten und eine Anwaltskanzlei zu beauftragen, die strittigen Punkte "einer juristischen Würdigung zu unterziehen".

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa erwarten die Zoo-Kontrolleure, dass sich Blaszkiewitz offiziell und in aller Form bei den betroffenen Mitarbeiterinnen entschuldigt. Der Zoo- und Tierparkchef hatte eingeräumt, in internen Schreiben vor die Namen von Mitarbeiterinnen die Formel 0,1 gesetzt zu haben. Diese steht in der Zoo-Welt für "Weibchen", bei bestimmten Tierarten auch für "Zuchtstuten". Dies hatte zu Protesten geführt. Berlins Frauensenatorin Dilek Kolat (SPD) hatte erklärt, Blaszkiewitz sei nicht mehr tragbar und als Führungspersönlichkeit disqualifiziert.

Nach Informationen der dpa erhofft sich der Aufsichtsrat, mit den Maßnahmen Mitarbeiter dazu zu bewegen, unter Zusicherung von Anonymität einige Missstände im Zoologischen Garten und Tierpark Friedrichsfelde aufzuklären. Bei bisherigen umstrittenen Vorgängen hieß es oft, dass ein schwieriges Arbeitsklima und zum Teil Druck von Blaszkiewitz Offenheit verhindert hätten.

Blaszkiewitz, der seit 2007 Zoo und Tierpark zusammen leitet, war in den vergangenen Jahren mehrfach wegen seines rustikalen Tons gegenüber Medien und Mitarbeitern und mehrerer Entscheidungen auch zur Haltung des berühmten Eisbären Knut in die Kritik geraten.

Nach Angaben mehrerer Teilnehmer der Krisensitzung des Aufsichtsrats-Präsidiums ist über die Sitzung Vertraulichkeit vereinbart worden. Weder der ebenfalls angehörte Betriebsrat des Tierparks Friedrichsfelde noch Blaszkiewitz äußerten sich zu der Sitzung.

In ihrer knappen Erklärung nahmen die Aufsichtsräte am Montagabend keine Stellungnahme zu Vorwürfen von Blaszkiewitz gegen Zoo- und Tierpark-Mitarbeiter, die Weihnachtsgeld kassieren würden, obwohl sie "unchristlich" und nicht in der Kirche seien. Dagegen hatte die Gewerkschaft Verdi scharf protestiert.

In welchem Zeitraum die verlangte Gleichstellungsbeauftragte ihre Arbeit aufnehmen solle, wurde zunächst noch nicht mitgeteilt. Offen blieb zunächst auch, wann eine Anwaltskanzlei mit der juristischen Prüfung der Vorwürfe beginnen soll.

dpa


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