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Särge der Opfer werden durch die Straßen der Kleinstadt El Cambray Ii getragen.

Särge der Opfer werden durch die Straßen der Kleinstadt El Cambray Ii getragen. © Esteban Biba

Unfälle

Nach Erdrutsch in Guatemala: Suche geht weiter

Mit jeder Stunde schwindet die Hoffnung, noch Überlebende in den Erdmassen zu finden. Die Rettungsmannschaften suchen dennoch weiter. Der andauernde Regen und die instabilen Hänge um die Unglücksstelle machen die Arbeiten auch für die Helfer gefährlich.

Guatemala-Stadt. Nach dem verheerenden Erdrutsch mit zahlreichen Toten in Guatemala besteht kaum noch Hoffnung, weitere Überlebende aus den Trümmern zu bergen.

Dennoch setzten die Rettungsmannschaften ihre Suche fort. Wegen der Gefahr weiterer Abgänge arbeiten die Einsatzkräfte nun in kleineren Gruppen und werden alle zwei Stunden abgelöst, wie der Katastrophenschutz mitteilte.

Bislang bargen die Einsatzkräfte 137 Leichen aus den Trümmern in der Siedlung Cambray II am Rande von Guatemala-Stadt. Präsident Alejandro Maldonado ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Noch immer wurden mindestens 300 Menschen vermisst. Einsatzleiter Sergio Cabañas sagte, es sei sehr unwahrscheinlich, noch weitere Überlebende zu finden.

Allgemein gilt, dass 72 Stunden nach einem Erdrutsch die Überlebenschancen von Verschütteten rapide sinken. Diese Frist lief in der Nacht zum Montag ab. An den Hängen oberhalb des Viertels seien neue Risse gesichtet worden, teilte der Katastrophenschutz mit. Zudem sei der Fluss Pinula am Rande der Siedlung angeschwollen, was die Arbeiten weiter erschwere.

Insgesamt müssten 119 000 Kubikmeter Material abgeräumt werden, sagte der Minister für Transport, Infrastruktur und Bauwesen, Víctor Corado, der Zeitung "Prensa Libre". Die Arbeiten gingen sehr langsam voran und es werde nun zielgenau nach Verschütteten gesucht.

Insgesamt waren rund 1800 Helfer an der Rettungsaktion beteiligt. Das Nachbarland Mexiko schickte Spezialisten des Katastrophenschutzes, der Polizei und des Militärs mit Suchhunden zu Unterstützung. Mit schwerem Gerät schafften die Einsatzkräfte Erde zur Seite, um zu den Verschütteten vorzudringen.

Der Erdrutsch war in der Nacht auf Freitag von tagelangen starken Regenfällen ausgelöst worden. Der Hügel über dem Viertel, in dem größtenteils arme Familien leben, brach in zwei Teile. Medienberichten zufolge hatte der Katastrophenschutz den Bezirk schon vor Jahren als Risikozone deklariert und die Gemeindeverwaltung darüber informiert.

dpa


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