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Die Straßen auf der Ferieninsel Madeira sind vollständig überflutet.© dpa

Unwetter

Mindestens 38 Tote bei schwerem Unwetter auf Madeira

Auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira sind bei schweren Unwettern mit Überschwemmungen mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 100 weitere verletzt worden.

Funchal. Hunderte Bewohner mussten nach Behördenangaben wegen drohender Erdrutsche am Wochenende ihre Häuser verlassen. Aus Lissabon wurden am späten Samstagabend zwei Hubschrauber und eine Fregatte der Marine mit einem Ärzteteam nach Madeira entsandt.

Die Rettungskräfte befürchteten, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen werde. „Wir suchen weiter nach Vermissten“, sagte Behördenvertreter Francisco Ramos am Sonntag vor Journalisten. Die Helfer erwarteten dringend die von der Zentralregierung in Lissabon angekündigte Unterstützung für die Rettungseinsätze, sagte er. Es herrschten „chaotische Zustände“, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP.

Der Dauerregen auf der Atlantikinsel entwickelte sich nach Augenzeugenberichten in der Nacht zum Samstag zu sintflutartigen Wolkenbrüchen, die Flüsse über die Ufer treten ließen und Straßen zu Sturzbächen machten. Die Wassermassen rissen Bäume und Brücken fort und hinterließen Morast und Müll. Im niedriger gelegenen Teil der Inselhauptstadt Funchal mussten Rettungskräfte wegen Einsturzgefahr mehrere Häuser evakuieren. Hunderte Menschen müssen umquartiert werden, wie Vize-Regionalgouverneur Joao Cunha mitteilte.

„Unser Hotel wurde geräumt, es liegt nahe am Fluss und uns wurde gesagt, es bestehe die Gefahr, dass der Boden nachgibt“, sagte der 27-jährige Franzose Aymeric Payan, der in einem Hotel im Zentrum von Funchal als Bäcker arbeitet. Die Rettungsarbeiten wurde von Sturmböen mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern erschwert. „Das Meer ist ganz braun und es schlagen enorme Wellen hoch“, sagte Margarida Freitas Vieira aus der Hauptstadt der Insel der Nachrichtenagentur Lusa.

Auf weiten Teilen der „Blumeninsel“ mit ihren rund 250.000 Einwohnern fielen Strom und Telefonverbindungen aus. Betroffen waren vor allem die Region um die Hauptstadt und der südliche Teil des Eilands. Im gebirgigen Inneren der Insel waren einige Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Der internationale Flughafen wurde bis auf weiteres geschlossen.

Lissabon schickte die Fregatte „Corte-Real“ und ein Transportflugzeug vom Typ Herkules C-130 auf die Ferieninsel, die rund 900 Kilometer vom portugiesischen Festland entfernt ist. Am Sonntag sollten weitere Rettungskräfte der Gendarmerie und der Feuerwehr vom Festland aufbrechen. Die Behörden riefen die Inselbewohner auf, in ihren Häusern zu bleiben. Madeira liegt rund 500 Kilometer westlich vor der afrikanischen Küste.

Der madeirische Regionalpräsident Alberto Joao Jardim kündigte an, Hilfen von der EU in Brüssel zu beantragen. Er habe bereits mit dem portugiesischen EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso über die dramatische Lage gesprochen, sagte Jardim. Portugals Ministerpräsident José Sócrates sollte zusammen mit Innenminister Rui Pereira am Sonntagabend auf der Insel eintreffen um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. afp


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