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Bei einem Erdbeben in Südwestchina sind mindestens 120 Menschen ums Leben gekommen.

Bei einem Erdbeben in Südwestchina sind mindestens 120 Menschen ums Leben gekommen. © dpa

Erdbeben

Mindestens 367 Tote bei Erdbeben in China

Das stärkste Erdbeben seit Jahren in Chinas südwestlicher Provinz Yunan hat mindestens 367 Menschen getötet. Mindestens 1881 Menschen wurden verletzt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf Rettungskräfte berichtete.

Peking. Das Beben der Stärke 6,5 ereignete sich laut Chinas Erdbebenwarte am Sonntag um 16.30 Uhr Ortszeit. Seit 14 Jahren hat es laut dem Staatsfernsehen CCTV kein Beben mehr in dieser Intensität in der Provinz Yunan gegeben. Staats- und Parteichef Xi Jinping wies die Rettungsmannschaften an, alle Anstrengungen zu unternehmen, um Menschenleben zu retten, wie Xinhua berichtete.

Das Epizentrum lag in der Gemeinde Ludian in der Nähe der Stadt Zhaotong, rund 300 Kilometer von der Provinzhauptstadt Kunming entfernt. Mindestens 12 000 Gebäude wurden laut Xinhua zerstört. Weitere 30 000 Häuser wurden beschädigt.

In den sieben Dörfern von Ludian leben rund 267 000 Menschen. Die gesamte Region um die Stadt Zhaotong kommt auf etwa sieben Millionen Einwohner. Chinas Erdbebenwarte registrierte 44 Nachbeben von der Stärke 5 und stärker. Der geologische Dienst der USA bezifferte das Beben mit 6,1.

Die Anwohnerin Ma Liya sagte: "Ich habe noch nie so eine starke Erschütterung gespürt." Die Straßen sähen wie nach einem Bombenangriff aus. Das neugebaute, zwei Stockwerke hohe Haus ihres Nachbarn sei einfach zusammengefallen. "Überall sind Ruinen", zitierte Xinhua sie. Sie sei sehr besorgt um die Familie ihres Cousins, die einige Kilometer entfernt genau in der Region des Epizentrums lebe.

Ein Anwohner Ludians sagte Xinhua: "Ich habe in meiner Wohnung im fünften Stock einen kräftigen Stoß gespürt. Kleinere Gegenstände sind von den Regalen gefallen." Viele Menschen in dem Ort seien auf die Straße gelaufen. Polizisten, Feuerwehrleute und Spezialkräfte mit Suchhunden auch aus anderen Regionen wurden mobilisiert. "Es sind einfach zu viele Gebäude zerstört worden. Wie sammeln noch immer Informationen über Verletzte und Tote", sagte ein Dorfvorsteher der Agentur Xinhua.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bot China Hilfe an. "Die Vereinten Nationen stehen bereit, um alle humanitären Einsätze zu unterstützen und die internationale Hilfe zu mobilisieren", erklärte Ban am Sonntag in New York. Er drückte der Regierung in Peking und den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid aus.

Im September 2012 waren bei einem Beben der Stärke 5,7 in der Gemeinde 80 Menschen ums Leben gekommen. 1974 hatte ein starkes Beben der Stärke 7,1 die Region erschüttert, damals starben 1500 Menschen.

Weltweit treten jährlich zwischen 1500 und 2000 Erdbeben mit Stärken über 5,0 auf. Mit einer Stärke höher als 8,0 bebt die Erde durchschnittlich einmal pro Jahr. Das heftigste bisher auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile.

dpa


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