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Justiz

Messerstiche auf Wiesn und Zeugenkauf - Ermittlungen gegen Anwälte

Staranwälte vertraten die Lebensgefährtin eines Hamburger Multimillionärs in ihrem Prozess um einen Mordversuch. Nun stehen auch die Juristen im Visier der Ermittler.

München. Der Prozess gegen die Lebensgefährtin eines Hamburger Millionärs wegen einer Messerstecherei auf dem Oktoberfest zieht weitere Ermittlungen nach sich. Nicht nur gegen den Millionär sondern auch gegen drei Starverteidiger wird nun ermittelt. Der Hamburger Multimillionär soll versucht haben, Zeugen zu kaufen. So sollte vermutlich mit falschen Aussagen seine Partnerin entlastet werden.

Gegenstand des Ermittlungsverfahrens gegen die renommierten Anwälte Steffen Ufer, Annette Voges und Gerhard Strate sei die Prüfung, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten in Zusammenhang mit der erfolgten Falschaussage gegeben ist, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München, Florian Weinzierl, am Freitag mit. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Die wegen versuchten Mordes angeklagte Frau war im August zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte nach einem Streit auf dem Oktoberfest 2015 auf einen Mann eingestochen und ihn lebensgefährlich verletzt.

Im Prozess stellte sich heraus, dass ihr Verlobter versucht haben soll, Zeugen zu kaufen. Gegen ihn wird seitdem ermittelt, Ende Oktober wurde er verhaftet. Der Mann ist inzwischen wieder auf freiem Fuß, da keine Flucht- oder Verdunkelungsgefahr mehr bestehe. Derzeit wartet die Staatsanwaltschaft auf Stellungnahmen der Anwälte. Ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt und nachweisbar ist, sei noch nicht zu beurteilen, teilte Weinzierl weiter mit. Die Anwälte veröffentlichten unterdessen das Protokoll aus der Hauptverhandlung, in der Richter Norbert Riedmann sie angegriffen hatte mit den Worten: "Ich habe vielleicht nicht so viel Erfahrung wie manche der Verteidiger, aber ich habe es in 27 Jahren noch nicht erlebt, dass Verteidiger jegliche, aber jegliche professionelle Distanz zu ihrem Mandanten/ihrer Mandantin dermaßen verloren haben wie in diesem Fall."

In Untersuchungshaft saß auch der hannoverscher Millionär Wolfang F. Gegen ihn richteten sich ebenfalls die Vorwürfe zur Anstiftung zur uneidlichen Falschaussage. Er wurde aber inzwischen entlassen.


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