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Hauptstadt Bogotá

Mehrere Tote nach Anschlag in Kolumbien

In einem kolumbianischen Einkaufszentrum kommt es zu einer Explosion, mehrere Menschen sterben, darunter auch eine junge Frau aus Frankreich. Der Bürgermeister Bogotás macht die Rebellengruppe ELN für die Tat verantwortlich.

Bogotá.  Bei einer schweren Explosion in einem Einkaufszentrum in der kolumbianischen Hauptstadt sind nach Behördenangaben drei Menschen ums Leben gekommen. Neun weitere Menschen wurden verletzt, wie Behörden am Samstag (Ortszeit) mitteilten. Der Bürgermeister Bogotás, Enrique Peñalosa, machte die Nationale Befreiungsarmee ELN für den mutmaßlichen Anschlag im Einkaufszentrum Centro Andino im Touristenviertel der Stadt verantwortlich. Die ELN wies jegliche Verantwortung für die Explosion zurück.

Augenzeugen berichteten, die Explosion sei in einem Toilette-Raum auf dem zweiten Obergeschoss erfolgt. Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz, um die Verletzten in ein Krankenhaus zu bringen. Das Einkaufszentrum wurde geräumt. Die Polizei hatte zunächst keine Erkenntnisse über den benutzten Sprengstoff der Bombe.

Auch Frau aus Frankreich unter den Opfern

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos besuchte noch am Samstagabend das Einkaufszentrum und verurteilte die Tat. Er lehnte es ab, zu spekulieren, wer dahinter stecken könnte. Die beste Antwort auf feigen Terrorismus sei es, sich davon nicht aus der Fassung bringen zu lassen, sagte Santos. Zuvor hatte er bereits in einer Botschaft auf Twitter sein Mitgefühl für die Opfer ausgesprochen. Er wies den Chef der Polizei an, die Ermittlungen zu übernehmen und ihn regelmäßig darüber zu informieren.

Unter den Toten war auch eine 23 Jahre alte Frau aus Frankreich, die nach Angaben Peñalosas in den vergangenen sechs Monaten in Kolumbien als freiwillige Helferin in einem ärmeren Stadtteil gearbeitet hatte und in den kommenden Tagen in ihre Heimat zurückkehren sollte. Von den elf Verletzten hätten drei schwere Verletzungen erlitten. Der Bürgermeister verurteilte die Tat als „feigen Bombenanschlag“.

Die ELN nannte die Anschuldigungen unbegründet und waghalsig. Die Rebellengruppe rückte in den Fokus der ermittelnden Behörden, nachdem sie sich im Februar zu einem Bombenanschlag in Bogotá bekannt hatte, bei dem ein Polizist ums Leben kam und 20 weitere Menschen verletzt wurden.

Bogotá in den vergangenen zehn Jahren sicherer

Die kolumbianische Regierung hatte im vergangenen Jahr ein Friedensabkommen mit der größten kolumbianischen Rebellengruppe Farc geschlossen. Auch die ELN befindet sich in Gesprächen, weigerte sich bisher aber, ihre Waffen niederzulegen. Einige Experten erklären den Anstieg von Gewalt mit der Absicht der ELN, der Regierung dadurch am Verhandlungstisch Zugeständnisse abzuwringen. Die nun vorgebrachten Anschuldigungen des Bürgermeisters könnten die Gespräche negativ beeinflussen, erklärte die ELN.

Die Sicherheitslage in Bogotá hatte sich in den vergangenen zehn Jahren verbessert als die langjährigen Konflikte mit den Rebellengruppen abflauten. Das Einkaufszentrum gilt eigentlich als schwieriges Ziel für eine Attacke. Alle Fahrzeuge, die in die Garage fahren werden auf Sprengstoff kontrolliert. Im Gebäude gibt es viele Sicherheitskräfte.

Von RND/dpa


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