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Mehr als 500 Millionen Euro mussten die Hausratversicherer an Opfer von Wohnungseinbrüchen im vergangenen Jahr zahlen.

Mehr als 500 Millionen Euro mussten die Hausratversicherer an Opfer von Wohnungseinbrüchen im vergangenen Jahr zahlen. © Daniel Maurer

Kriminalität

Mehr als 500 Millionen Euro Schaden durch Einbrüche

Von Jahr zu Jahr gibt es mehr Einbrüche in Wohnungen und Häuser. Das hat auch Folgen für die Hausratversicherer. Außerdem steigt die Nachfrage nach Bankschließfächern - da ist mitunter Geduld gefragt.

Berlin. Die immer weiter steigende Zahl von Wohnungseinbrüchen in Deutschland macht sich bei Banken und Versicherern bemerkbar. Während die Nachfrage nach Schließfächern bei Banken und Sparkassen boomt, müssen Hausratversicherungen für steigende Schäden aufkommen.

Im zurückliegenden Jahr hatten sie nach Informationen der "Welt am Sonntag" mehr als 500 Millionen Euro an Einbruchsopfer bezahlt - das wäre ein erneuter Anstieg.

Bereits in den Jahren zuvor waren die Schäden kontinuierlich gewachsen, wie aus Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht. Im Jahr 2014 waren es 490 Millionen Euro für 150 000 versicherte Einbrüche in Wohnungen und Häuser. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 entstand ein Gesamtschaden von 350 Millionen Euro.

Wie die "Welt am SoNntag" unter Berufung auf die Versicherungsbranche berichtete, stiegen die Schäden auch im Jahr 2015 - auf einen Wert so hoch wie seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr. Für Einbrüche im Jahr 1993 hatten die Versicherer demnach 1,1 Milliarden D-Mark (562 Millionen Euro) aufbringen müssen.

Erst vor wenigen Tagen hatte die "Welt" berichtet, dass die neue Kriminalstatistik für das vergangene Jahr 167 136 Fälle von Wohnungseinbrüchen erfasst habe - ein Plus von fast zehn Prozent binnen eines Jahres. Das wäre der höchste Wert seit 1997. Damals wurden 182 009 Einbrüche registriert.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) stellt die Kriminalstatistik 2015 voraussichtlich im Mai offiziell vor. Der "Welt am Sonntag" zufolge will der GDV danach mehr Details aus Perspektive der Versicherer präsentieren. Er fordere mehr Geld für Beratungsstellen der Polizei und "eine noch bessere staatliche Unterstützung für den Einbau von Sicherheitstechnik", schreibt die Zeitung.

Viele Mieter und Hauseigentümer scheinen aus Angst vor Diebstählen auch anderweitig vorzusorgen. "Schließfächer sind seit geraumer Zeit gefragt", sagte ein Sprecher des Bankenverbandes BdB der Deutschen Presse-Agentur. Bei einigen Geldinstituten gebe es Wartelisten. "Vor allem in Städten ist die Nachfrage größer als das Angebot", ergänzte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).

Weitere Gründe für den Run auf Banktresore könnten die Diskussion um die Einführung einer Obergrenze für Bargeldzahlungen und die Abschaffung des 500 Euro-Scheins sowie die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sein, vermutete der DSGV-Sprecher. Die EZB hat im Kampf gegen Konjunkturschwäche und Mini-Inflation nicht nur den Leitzins auf null gesenkt, sondern auch den Strafzins erhöht, der fällig wird, wenn Institute bei der Notenbank Geld parken.

Kostenlos ist ein Bankschließfach allerdings nicht: Nach Angaben des BdB kostet es im Schnitt ab etwa 30 Euro im Jahr. Ob die Bundesbürger in den Tresoren Bargeld, Schmuck, Gold oder wichtige Unterlagen lagern, ist wegen des Bankgeheimnisses nicht bekannt.

Auch daheim scheinen viele Deutsche ihr Geld besser schützen zu wollen. Der "Tagesspiegel am Sonntag" zitierte aus Zahlen der Zertifizierungsgesellschaft European Certification Body, nach denen in den vergangenen zwölf Monaten 27 Prozent mehr Tresore an Privatkunden verkauft wurden. Der Vertriebschef des Herstellers Burg Wächter, Dietmar Schake, sagte dem Blatt: "Der Niedrigzins und der daraus resultierende Grund, Gold oder größere Summen im eigenen Safe zu deponieren, sind für einige sicher ein Beweggrund für den Tresorkauf."

dpa


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