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Polizeibeamte und Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes transportieren in Winnert Material aus einem Einfamilienhaus ab.

Polizeibeamte und Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes transportieren in Winnert Material aus einem Einfamilienhaus ab. © Wolfgang Runge

Kriminalität

Mann hortet knapp 90 Kilo TNT-Sprengstoff in Einfamilienhaus

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche haben Ermittler in Schleswig-Holstein einen spektakulären Waffenfund gemacht. Durch Zufall entdeckten Polizisten in einem Einfamilienhaus im nordfriesischen Winnert kistenweise Panzerfäuste, Handgranaten und Maschinenpistolen.

Winnert/Flensburg. Unter anderem lagerten in dem Haus knapp 90 Kilogramm des Sprengstoffs TNT. "Außerdem beschlagnahmten die Beamten 40 Langwaffen, darunter ein Maschinengewehr, diverse Kurzwaffen, 2 Panzerfäuste und eine Landmine russischer Herkunft", sagte die Flensburger Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt am Mittwoch. Eine Handgranate musste bereits am Dienstag noch vor Ort kontrolliert gesprengt werden.

Die bereits seit Dienstag laufenden Durchsuchungen dauerten am Nachmittag weiter an. Bei dem Besitzer handelt es sich um einen 35-Jährigen, der keinerlei Vorstrafen hat. "Der Hintergrund ist völlig unklar", sagte Stahlmann-Liebelt. Gegen ihn wird wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt.

Auf die Spur des Mannes kamen die Ermittler eher durch Zufall. Auslöser waren Ermittlungen des Bundeskriminalamtes im Zusammenhang mit sogenannten Salut-Waffen. Eine Sprecherin wollte sich zu dem laufenden Verfahren nicht näher äußern. Der Mann aus Nordfriesland soll fünf dieser nicht schussfähigen Waffen aus der Slowakei eingeführt haben. Tatsächlich soll es aber möglich gewesen sein, diese Deko-Waffen mit einfachen Mitteln wieder kriegstauglich zu machen.

Woher der Norddeutsche die anderen Waffen erlangt hat, ist ebenso unklar, wie die Frage, ob es sich um einen Waffennarren handelt oder ob es einen anderen ernsten Hintergrund gibt.

Die sichergestellten Waffen und die Munition stammten vorwiegend aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Munition soll teilweise im Garten vergraben gewesen sein. Nach Informationen des "Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags" arbeitet der Mann als Techniker für Windkraftanlagen. Er soll alleine in dem Einfamilienhaus leben.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Fund eines Weltkriegs-Panzers und einer Flak im Keller einer Villa in Heikendorf bei Kiel weltweites Aufsehen erregt. Mit Hilfe von Bergepanzern der Bundeswehr hatte die Staatsanwaltschaft die Waffen beschlagnahmt.

dpa


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