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«Der Patient zeigt alle Zeichen einer schweren Virusinfektion», sagte der behandelnde Oberarzt, Timo Wolf.

«Der Patient zeigt alle Zeichen einer schweren Virusinfektion», sagte der behandelnde Oberarzt, Timo Wolf. © Alexander Heinl

Gesundheit

Lassa-Patient in Frankfurt schwer krank

Bei einem Toten hat sich ein Bestatter mit dem gefährlichen Lassa-Virus angesteckt. Jetzt wird er in Frankfurt streng isoliert behandelt. Auch seine Familie ist vorsichtshalber in der Klinik.

Frankfurt/Main. Dem Lassa-Patienten auf der Sonderisolierstation der Frankfurter Uniklinik geht es derzeit sehr schlecht. Die Spezialisten zeigten sich dennoch optimistisch, dass er geheilt wird.

Der Mann aus dem rheinland-pfälzischen Alzey ist Mitarbeiter eines Bestattungsinstituts. Er hatte Kontakt mit der Leiche eines Ende Februar in der Kölner Uniklinik gestorbenen Lassa-Patienten. Dessen Todesursache war damals noch nicht bekannt.

Es sei weltweit der erste Fall einer Ansteckung außerhalb Afrikas, sagte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk. Der genaue Übertragungsweg sei noch nicht aufgeklärt. "Ein einfacher Hautkontakt reicht sicher nicht." Als mögliche Wege des Erregers in den Körper nannte er die Bindehaut der Augen oder den Mund.

Lassa zählt wie Ebola und Dengue-Fieber zu den hämorrhagischen Fiebern. Die Erreger können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen, später sind Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich.

In der Nacht zum Mittwoch war der Mann in die Uniklinik gebracht worden. "Der Patient zeigt alle Zeichen einer schweren Virusinfektion", sagte der behandelnde Oberarzt, Timo Wolf. Er werde derzeit nicht intensivmedizinisch betreut - "das kann sich aber in den ersten 14 Tagen schlagartig ändern."

Da der Mann in einem sehr frühen Stadium der Krankheit nach Frankfurt gekommen sei, bestünden gute Heilungsaussichten, sagte Wolf. Nach Angaben des Klinikums wird er mit dem Medikament Ribavirin behandelt. Fragen zum Alter des Patienten oder zu sonstigen persönlichen Umständen beantworteten die Mediziner mit Hinweis auf die ärztliche Schweigepflicht nicht. Auch Angehörige des Patienten seien in die Klinik aufgenommen worden, berichteten die Ärzte. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme - bei niemandem bestehe der Verdacht auf Lassa.

Die Uniklinik verfügt über eine Spezial-Isolierstation, auf der bereits 2006 ein Lassa-Patient und 2014 ein an Ebola erkrankter Patient erfolgreich behandelt worden waren.

Bei dem Toten aus Köln handelt es sich um einen US-Bürger, der als Krankenpfleger in Togo gearbeitet hatte. Der Mann starb am 26. Februar, der Leichnam war am 3. März in einem Spezialcontainer nach Alzey gebracht worden. Dort sollte er für den Transport nach Togo konserviert werden. Sechs Tage später, am 9. März, habe sich nach Angaben der Kölner Uniklinik herausgestellt, dass der Mann an Lassa erkrankt war, hieß es in einer Mitteilung des Kreises Alzey-Worms. Bei dem Bestatter sei das Virus am 15. März nachgewiesen worden.

Der Mann habe als einziger Kontakt mit dem Toten gehabt, teilte die Kreisverwaltung mit. Nach eigenen Angaben kam der Bestatter nicht mit Körperflüssigkeiten in Berührung. Die grippeähnlichen Symptome, über die der Mann klagte, bestanden nach dessen Aussagen bereits vor dem Kontakt zur Leiche.

dpa


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