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Der 20-jährige Jonny K. starb nach einer Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz. Die Entscheidung eines Richters, Tatverdächtige auf freien Fuß zu setzen, löste Diskussionen aus. Foto Ole Spata

Der 20-jährige Jonny K. starb nach einer Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz. Die Entscheidung eines Richters, Tatverdächtige auf freien Fuß zu setzen, löste Diskussionen aus. Foto Ole Spata

Kriminalität

Kritik an Haftverschonung für Alexanderplatz-Schläger

Die Freilassung von zwei Tatverdächtigen der tödlichen Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz stößt auf Protest. CDU-Politiker kritisierten die Entscheidung des Haftrichters, die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde ein.

Berlin. Der mutmaßliche Haupttäter ist weiter flüchtig.

Er soll sich laut Polizei möglicherweise in die Türkei abgesetzt haben. Am Sonntag ist eine Trauerfeier für das Opfer geplant. Der 20 Jahre alte Jonny K. war am 14. Oktober von mehreren Unbekannten so brutal zusammengeschlagen worden, dass er einen Tag später starb.

Zwei Tatverdächtige, die sich am Mittwoch gestellt hatten, kamen am Donnerstag entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß. Der Berliner CDU-Generalsekretär Kai Wegner sagte am Freitag, der Beschluss widerspreche seinem Gerechtigkeitsempfinden: "Das ist genau das falsche Signal." Zuvor hatte schon Innensenator Frank Henkel (CDU) die Entscheidung kritisiert.

Der Grünen-Sicherheitsexperte Benedikt Lux betonte dagegen, wenn es keinen Haftgrund gebe, könnten die Männer auch nicht festgehalten werden. "Ich vertraue grundsätzlich dem Haftrichter", sagte der Abgeordnete. Die Freilassung bedeute nicht, dass ein möglicher Täter straffrei ausgehe. "Das Urteil über die Tat wird noch gesprochen."

Der Richter hatte die Haftverschonung für einen 21-Jährigen mit dem Hinweis auf dessen Geständnis und seine sozial-familiären Bindungen begründet. Gegen einen 19-Jährigen versagte er den Haftbefehl, weil dieser "nur" den Begleiter des getöteten Jonny K. angegriffen haben soll.

Der Vorsitzende der Vereinigung Berliner Staatsanwälte, Ralph Knispel, sagte der Berliner Zeitung "B.Z.": "Ich halte die Entscheidung genauso wie die Staatsanwaltschaft für falsch, ich bin anderer Auffassung."

Am Freitag war damit zunächst nur der 19-jährige Verdächtige weiter in U-Haft, der am Dienstag gefasst worden war. Drei oder vier weitere Männer werden noch gesucht. Der Hauptverdächtige, der möglicherweise in der Türkei untergetaucht ist, soll nach Informationen des rbb wenige Wochen vor der Tat wegen mehrfacher Vorstrafen ein Anti-Gewalt-Seminar absolviert haben.

Die Trauerfeier für den gebürtigen Thailänder soll am Sonntag als buddhistische Zeremonie gestaltet werden und zunächst im engsten Familien- und Freundeskreis stattfinden. Von 15.00 Uhr an kann die Öffentlichkeit Abschied nehmen.

dpa


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