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HINGUCKER: Auf der Messe in Peklng zeigen die Automobilhersteller ihre neuesten Modelle.  © dpa

Ausstellung

Konzerne machen Druck bei Elektroautos

Die internationalen Autokonzerne beschleunigen die Entwicklung von Elektroautos. China als größter Automarkt der Welt wird dabei auch wegen der erwarteten staatlichen Förderung eine weltweite Führungsrolle einnehmen. Um der unerwartet rasanten Nachfrage auf dem Massenmarkt nachzukommen, stellten die Automobilkonzerne auf der Pekinger Automesse auch den Ausbau ihrer Kapazitäten im Land in Aussicht.

PEKING. Der chinesische Wachstumsmarkt werde die Zukunft der globalen Automobilindustrie entscheidend mitbestimmen, hieß es. Mercedes kündigte an, gemeinsam mit dem chinesischen Batterie- und Autohersteller BYD schon 2013 ein Elektroauto auf den chinesischen Markt bringen zu wollen. „Wir haben uns sehr ehrgeizige Ziele gesetzt“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Das Auto soll groß genug als Taxi sein, da dieses Segment „besonders vielversprechend“ sei. Nach Einschätzung von BYD, dem Marktführer in der Batterietechnologie, wird China weltweit der größte Markt für Elektrofahrzeuge werden. „Das ist keine Gelegenheit, sondern eine Notwendigkeit“, sagte Paul Lin, ein Sprecher des Unternehmens, der Nachrichtenagentur dpa.

Wenn das Milliardenvolk auch nur annähernd so viele Autos wie Amerikaner oder Europäer fahren wolle, reiche das Öl nicht mehr. Die Regierung entwerfe gerade ihre Strategie für die Förderung und Entwicklung der Elektromobilität. „Wenn die Entscheidung gefallen ist, kann alles sehr schnell gehen.“ BYD ist einer der Vorreiter der privaten chinesischen Autobauer, die ausländischen Konzernen zunehmend Marktanteile abnehmen. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr seinen Absatz um 283 Prozent auf 448 000 Autos ausgebaut. In diesem Jahr sollen es 800 000 Autos werden, sagte Sprecher Lin.

Volkswagen kündigte an, in China auch bei Elektroautos Marktführer werden zu wollen. Die Produktion von Elektroautos in China solle 2013/2014 anlaufen, teilte der Konzern in Peking mit. VW-Chef Martin Winterkorn sagte, China sei der weltweit wichtigste Markt für den VW-Konzern. Der Erfolg der Elektromobilität in China sei ausschlaggebend für die globale Umsetzung dieser Strategie. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erwartet in diesem Jahr in China einen Absatz von rund 1,7 Millionen Personenwagen von Marken deutscher Konzerne - Exporte und Produktion im Land zusammengerechnet. Das wären 18 Prozent mehr als 2009. Allein im ersten Quartal sei der Verkauf um mehr als 50 Prozent nach oben geschnellt. „Es wäre unrealistisch, wenn wir dieses hohe Tempo auch für das Gesamtjahr unterstellen würden. Aber der chinesische Markt wird mit Sicherheit schneller wachsen als Westeuropa oder der US- Markt“, konstatierte VDA-Präsident Matthias Wissmann in Berlin.

Der chinesische Wachstumsmarkt bietet auch rosige Zeiten für den angeschlagenen Autokonzern Volvo, der vom privaten chinesischen Autobauer Geely gekauft worden war. Die Schweden wollen in diesem Jahr ihren Absatz im Reich der Mitte auf schätzungsweise 40 000 Fahrzeuge fast verdoppeln, sagte der China-Chef von Volvo, Alexander Klose. Nach 23 000 Autos im vergangenen Jahr hatte der schwedische Autobauer allein im ersten Quartal schon 10 000 Autos verkauft, ein Zuwachs um 134 Prozent. Kein anderer Luxushersteller habe ein solches Wachstum verbuchen können, sagte Klose.  

Wegen der unerwartet rasanten Entwicklung des chinesischen Automarktes, der in diesem Jahr um 25 Prozent zulegen soll, will die Regierung allerdings steuerliche Anreize auslaufen lassen. Die Kaufsteuer, die im vergangenen Jahr auf 5 Prozent halbiert und in diesem Jahr 7,5 Prozent ausmachte, könne wieder auf 10 Prozent angehoben werden, sagte der Direktor Xu Changming vom Informationszentrum der mächtigen Reform- und Entwicklungskommission.    

Auch im Lastwagenbereich schreitet die Kooperation mit China voran. Daimler hofft bei der angestrebten Lastwagen-Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Foton auf eine baldige Genehmigung durch die Behörden. „Es scheint realistisch, dass es noch in diesem Jahr zu einem endgültigen Vertrag kommt“, sagte Daimler-Chef Zetsche. dpa   


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