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Spezialisten suchen bei Walbrzych in Niederschlesien nach dem angeblichen «Nazi-Goldzug».

Spezialisten suchen bei Walbrzych in Niederschlesien nach dem angeblichen «Nazi-Goldzug». © Maciej Kulczynski/Archiv

Geschichte

Kontroverse um "Nazi-Goldzug" in Polen hält an

Die einen finden nichts, die anderen halten an ihren Vermutungen fest: Die Suche nach einem angeblichen "Nazi-Goldzug" im Südwesten Polens bleibt spannend.

Walbrzych. Polnische Wissenschaftler haben in Niederschlesien keine Spur eines angeblichen "Nazi-Goldzugs" gefunden.

"Nach unseren Erkenntnissen gibt es vielleicht einen Tunnel in dem Gebiet, aber keinen Zug", sagte der Geologe Janusz Madej von der Wissenschaftlich-Technischen Universität in Krakau.

Das berichtete die Agentur PAP. Seit Monaten wird in der Region fieberhaft nach einem Panzerzug gesucht, den die Nazis gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Untergrund versteckt haben sollen.

Die polnische Eisenbahn PKP hatte eigens ein Waldstück an einer Bahnstrecke nahe der Stadt Walbrzych (Waldenburg) gerodet, um die Untersuchungen zu ermöglichen. Die Forscher verwendeten für ihre Suche ein Messgerät, das winzige Verzerrungen im Erdmagnetfeld feststellen kann. Zusätzlich kamen Metalldetektoren und Bodenradar zum Einsatz. Die Geologen kamen aber zu dem Schluss, dass sich zu wenig Eisen im Boden befindet, um auf einen Zug schließen zu können.

Ein deutscher und ein polnischer Hobbyhistoriker hatten zuvor vom Fund eines mit bis zu 300 Tonnen Gold beladenen Zugwracks berichtet und eine monatelange Schatzsuche ausgelöst. Andreas Richter und Piotr Koper, die Hobbyhistoriker, präsentierten am Dienstag ihre eigenen Untersuchungsergebnisse. Darin verwiesen sie auf Anomalitäten in Bodenradarbildern, die auf einen Schatz aus dem Zweiten Weltkrieg hindeuteten. "Hier ist ein Tunnel zu erkennen, der Eingang ist deutlich zu sehen", erläuterte Koper. Die beiden Männer beanspruchen zehn Prozent des Schatzes als Finderlohn.

Seit den 1970er Jahren gibt es in der abgelegenen Region Gerüchte über einen Goldzug aus dem Zweiten Weltkrieg. Damit sollen führende Nazis aus Breslau (heute Wroclaw) Gold, Kunstgegenstände und andere Schätze vor der heranrückenden Sowjet-Armee in Sicherheit gebracht haben. Beweise für diese Legende fehlen bis heute.

Im schlesischen Eulengebirge gibt es viele unterirdische Gänge und Tunnel. Die Nationalsozialisten hatten dort unter dem Namen "Projekt Riese" ein monströses Stollensystem bauen lassen. Unklar ist, für welchen Zweck es errichtet wurde, ob etwa als unterirdisches Führerhauptquartier. Bei den Arbeiten starben Tausende KZ-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Groß-Rosen.

dpa


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