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Mama Mirella mit ihrer kranken Tochter Aliana (Archivbild von 2014). Das Mädchen ist gestorben.

Mama Mirella mit ihrer kranken Tochter Aliana (Archivbild von 2014). Das Mädchen ist gestorben.
 © dpa

Mit sechs Jahren

Kleine Masern-Patientin Aliana ist gestorben

Sie widersetzte sich allen Prognosen, deshalb fingen ihre Eltern wieder an, Pläne zu schmieden – aber jetzt ist die kleine Aliana aus Hessen an den Spätfolgen einer Maserninfektion gestorben. Sie hatte sich als Säugling mit den Viren infiziert.

Bad Hersfeld.  Vor zwei Jahren hatte ihr Kinderarzt die Hoffnung schon fast aufgegeben. „Der Verfall ist erschreckend rasant“, sagte Georg Johann Witte damals der Nachrichtenagentur dpa. „Das Kind wird das Jahresende möglicherweise nicht mehr erleben.“ Aber Aliana trotzte der Prognose.

Sie entwickelte sich sogar so gut, dass ihre Eltern wieder Pläne hatten: Aliana sollte 2017 in einen integrativen Kindergarten nach Bebra wechseln. Ihre Familie schaffte dafür ein großes Auto an, um das schwerbehinderte Mädchen in ihrem Rollstuhl transportieren zu können.

„Sie ist gestern Morgen verstorben“

Aber jetzt hat das kleine Mädchen aus Hessen doch den Kampf gegen die Masernkrankheit SSPE verloren und ist mit sechs Jahren gestorben. Aliana habe in letzter Zeit mit Infekten zu tun gehabt, sagte Witte am Freitag. Das sei eine Folge der Krankheit. „Sie ist gestern Morgen verstorben.“

Aliana litt an der chronischen Masern-Gehirnentzündung SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis). Die Krankheit ist eine Spätfolge einer Maserninfektion und verläuft immer tödlich. Masernviren zerstören Nervenzellen im Gehirn.

Mutter wirbt für Masernimpfung

Davon ahnte die Mutter zunächst nichts. „Aliana war ein fröhliches Kind“, erzählte Mirella Kunzmann 2014. Aber plötzlich habe sich ihre Tochter seltsam verhalten: Sie sei oft weggenickt – die Mutter dachte an Sekundenschlaf. Aliana sei aber auch vergesslich geworden und immer wieder hingefallen. Bald diagnostizieren die Ärzte SSPE bei dem kleinen Mädchen.

Mirella Kunzmann ging daraufhin mit der Krankheit an die Öffentlichkeit, um andere Mütter darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig eine Masernimpfung für sie ist. Sie selbst war durchs Raster gefallen, als vor Jahrzehnten zum Teil nur unzureichend oder gar nicht geimpft wurde.

Nur Mütter mit Antikörpern können ihren Kindern den sogenannten Nestschutz mitgeben, der das Neugeborene in den ersten Monaten vor Krankheiten bewahren kann.

Für wen Masern gefährlich werden können

Masern sind eine hochansteckende Krankheit, die von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen übertragen wird. Nach anfänglichen Symptomen wie Fieber, Husten und Schnupfen bekommen Infizierte einen charakteristischen roten Hautausschlag.

Experten beschreiben Masern als ernstzunehmende Krankheit, da sie das Immunsystem schwächt und auch schwere Komplikationen wie Gehirnentzündungen mit sich bringen kann. Schwere Verläufe werden vor allem bei Säuglingen und Erwachsenen beobachtet.

Ungeimpfte Säuglinge sind auf ein gut geschütztes Umfeld angewiesen: Wer im ersten Lebensjahr erkrankt, hat ein besonders großes Risiko für die chronische Masern-Gehirnhautentzündung (SSPE). Diese macht sich erst nach sechs bis acht Jahren bemerkbar. Sie führt zu Störungen des Nervensystems und fast immer zum Tod.

Der Impfstoff mit abgeschwächten Masern-Viren wird in der Regel erstmals zwischen dem 11. und 14. Monat gegeben. Vorher sind Säuglinge nur geschützt, wenn das Immunsystem der Mutter mit dem Virus vertraut ist: durch eine frühere Erkrankung oder durch Impfung.

Von dpa/RND/wer

Bad Hersfeld

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