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Karneval in Rio: Viel nackte Haut in sengender Hitze© ap

Brauchtum

Karneval in Rio eröffnet

Brasiliens Karnevalshochburg Rio de Janeiro ist offiziell im „Ausnahmezustand“: Bürgermeister Eduardo Paes übergab am Freitag die Schlüssel der Stadt an „König Momo“, der nun die „Cidade maravilhosa“ (wunderbare Stadt) durch die tollen Tage führt und bis Aschermittwoch „regiert“.

Die Narren zogen auch am Freitag wieder bei Temperaturen um die 40 Grad durch die Straßen und tanzten maskiert oder in knappen Kostümen zu heißen Sambarhythmen.

Das eigentliche Fest in der Stadt am Zuckerhut beginnt dabei erst am Sonntag, wenn in Rios weltberühmtem Sambódromo die zwölf besten Sambaschulen an mehr als 100 000 Zuschauern vorbeiziehen und um die begehrte Karnevalskrone kämpfen.

Unter den Zuschauern sind wie immer Stars und Sternchen des Showbiz. In diesem Jahr wird „Pop-Queen“ Madonna das Defilee der Sambaschulen live verfolgen. Auch Society-Girl Paris Hilton hat sich angesagt.

Das Defilee der ersten sechs Sambaschulen beginnt am Sonntag um 21.00 Uhr (24.00 Uhr MEZ). Weitere sechs Schulen ziehen in der Nacht von Rosenmontag auf Karnevalsdienstag durch das 1984 von Brasiliens Star-Architekt Oscar Niemeyer erbaute Tribünenstadion. Der Umzug dauert bis in die frühen Morgenstunden. Jede Schule hat maximal 82 Minuten Zeit für ihren Auftritt auf der knapp 800 Meter langen Parade-Strecke.

Erst am Aschermittwoch fällt dann die Entscheidung der Jury über den diesjährigen Gewinner. Die „Escolas de Samba“ präsentieren eine ausgeklügelte, hollywoodreife Choreographie, gigantische Motivwagen, atemberaubende Kostüme und artistische Tanzeinlagen.

Sonntag und Montag ziehen insgesamt etwa 40 000 Tänzer durch das Stadion. Die meisten von ihnen kommen aus den Armensiedlungen, den Favelas, von Rio und haben sich seit Monaten auf die lange Nacht vorbereitet, in der sie in glitzernden Kostümen als Könige und Königinnen im Rampenlicht des Karnevals stehen.

Den Auftakt macht am Sonntagabend die Kompanie der „União da Ilha“, die mit viel Fantasie die Geschichte des Ritters Don Quijote und dessen unermüdlichen Kampf gegen die Windmühlen erzählt. Der Verein „Imperatriz Leopoldinense“ wirbt für Toleranz und zeigt in seiner Choreographie die religiöse Vielfalt Brasiliens. Vorjahressieger war die Schule „Académicos do Salgueiro“. Unangefochtener Rekordhalter ist aber „A Portela“ mit 21 Titeln.

Dem Club „Unidos do Viradouro“, der als Thema „Mexiko, Paradies der Farben unter dem Zeichen der Sonne“ wählte, dürfte auch aus anderem Grund viel Aufmerksamkeit gewidmet werden: Als Samba-Königin „Rainha de bateria“ führt bei ihm die erst sieben Jahre alte Júlia das Aufgebot der Trommler und Tänzer (bateria) an. Ein Jugendgericht hatte erst diese Woche grünes Licht für den Auftritt des Mädchens in dieser Rolle gegeben, die eigentlich Frauen mit viel Sex-Appeal und knappen Kostümen vorbehalten ist. dpa


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