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Immer wieder finden Rettungskräfte in Autowracks Mobiltelefone mit halbfertigen Kurznachrichten.

Immer wieder finden Rettungskräfte in Autowracks Mobiltelefone mit halbfertigen Kurznachrichten. © Nestor Bachmann/Archiv

Verkehr

Kampagne warnt vor Smartphone-Nutzung im Auto

Der Blick aufs Smartphone - am Steuer kann er tödliche Folgen haben. Eine neue Kampagne warnt vor den Gefahren. Helfen könnte vielleicht die Technik der Zukunft.

München. Kurz eine E-Mail lesen, eine WhatsApp-Nachricht verschicken oder telefonieren: Viele Autofahrer nutzen ihr Smartphone am Steuer - doch das kann böse enden.

Der Autoclub Mobil in Deutschland und der TÜV Süd haben jetzt eine Kampagne zur Verkehrssicherheit gestartet, unter anderem in Schulen und Fahrschulen. Das Motto lautet: "Be Smart! Hände ans Steuer - Augen auf die Straße." Schirmherr ist Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

Eine nicht repräsentative Umfrage des Autoclubs unter 2000 Autofahrern ergab: Drei Viertel von ihnen nutzen ihr Smartphone auch am Steuer. Und fast 30 Prozent gaben an, dass sie deswegen schon einmal in eine gefährliche Situation geraten sind.

"Wir wollen die Menschen dafür sensibilisieren, wie gefährlich selbst eine kurze Ablenkung am Steuer sein kann", sagte Matthias Andreesen Viegas vom TÜV Süd. Viele Fahrer überschätzten ihre Reaktionsfähigkeit - wenn zum Beispiel ein Kind auf die Straße läuft.

Der Autoclub und der TÜV Süd sind gegen schärfere Gesetze und drakonische Strafen. In diesem Punkt sei man sich mit Verkehrsminister Dobrindt einig. "Die gesetzliche Lage ist klar: Die Smartphone-Nutzung am Steuer ist verboten", sagte Andreesen Viegas. Die Kampagne soll stattdessen auf technische Lösungen aufmerksam machen.

WhatsApp-Nachrichten kann man sich zum Beispiel im Auto vorlesen lassen. Das sei dann zwar immer noch eine Ablenkung - allerdings deutlich besser, als aufs Smartphone zu blicken, erklärte der Autoclub.

Die Technik kann vielleicht bald noch mehr. In Zukunft könnten Autofahrer wieder häufiger auf ihr Smartphone blicken - und zwar dann, wenn ein Fahrsystem das Autofahren übernimmt. "Automatisiertes Fahren kann die Autofahrer zukünftig entlasten", sagte der TÜV-Sprecher. "Am Steuer hätte man dann wieder mehr Zeit für andere Dinge - zum Beispiel für das Smartphone."

Der Verkehrsforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen warnte vor einem deutlichen Anstieg der Unfallzahlen auf deutschen Straßen. Smartphones und neue Internet-Anwendungen lenkten die Autofahrer immer stärker ab. "Von den jährlich 2,4 Millionen Unfällen in Deutschland sind 300 000 auf das Telefonieren mit internetfähigen Handys zurückzuführen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (u.a. "Berliner Morgenpost", "Hamburger Abendblatt", "Westdeutsche Allgemeine Zeitung"). "Ich halte das Schreiben oder Lesen von WhatsApp-Nachrichten am Steuer für ein massives Problem, das in den kommenden Jahren zunehmen wird", sagte Schreckenberg.

Der Automobilclub Mobil in Deutschland hat nach eigenen Angaben bundesweit 5000 Mitglieder. Er ist damit einer der kleinsten Automobilclubs in Deutschland.

dpa


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