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Immer häufiger werden Bahnmitarbeiter das Ziel gewalttätiger Übergriffe – allen voran Kontrolleure.

Immer häufiger werden Bahnmitarbeiter das Ziel gewalttätiger Übergriffe – allen voran Kontrolleure.
 © dpa

Massiver Anstieg

Immer mehr Übergriffe auf Bahn-Mitarbeiter

2300 Übergriffe auf ihre Mitarbeiter zählte die Deutsche Bahn (DB) im Jahr 2016 – und damit 27 Prozent mehr als 2015. Zu 80 Prozent der Zwischenfälle kommt es bei der Durchsetzung des Hausrechts oder bei Fahrkartenkontrollen. Die Zahlen liegen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland exklusiv vor.

Berlin.  „Wir bemerken eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft, die Hemmschwelle für Gewalt sinkt“, sagte ein Bahnsprecher dem RND. „Es kann nicht sein, dass die bloße Frage nach der Fahrkarte auch bei scheinbar normalen Menschen zu Gewaltausbrüchen führt.“ Ähnlich äußern sich Gewerkschaftsvertreter: „Schon bei Nichtigkeiten wird mittlerweile gepöbelt, beleidigt, geschlagen und gespuckt. Das ist völlig inakzeptabel“, sagte Klaus-Dieter Hommel, Vize-Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG), dem RND.

Als Reaktion darauf will die DB 500 zusätzliche konzerneigene Sicherheitskräfte einstellen und ausbilden. Auch Schutzhunde werden angeschafft: „Hunde stärken die Autorität auch gegenüber denjenigen, denen sonst alles egal ist“, erklärte ein Bahnsprecher.

Pilotversuche mit Bodycams

Neben Tieren soll auch Technik rabiate Kunden zur Räson bringen. In Berlin und Köln wurden in Pilotversuchen Bodycams (die Bahn nennt sie „Körperkameras“) ausprobiert. Noch in diesem Jahr sollen die Kameras nach Auswertung der Pilotversuche flächendeckend eingeführt werden. Die ersten Erfahrungen seien sehr positiv. Die EVG fordert zudem mehr Personal: „In Problemzügen sollten immer zwei Zugbegleiter im Einsatz sein, die sich gegenseitig helfen können. Und da, wo es nötig ist, auch gut ausgebildete Sicherheitskräfte.“

Meiste Zwischenfälle an Umsteigebahnhöfen wie Hannover

Rückläufig ist die Zahl der Angriffe von Fußballfans auf Bahn-Mitarbeiter sowie Vandalismus in Zügen und Bahnhöfen. 150 solcher Fälle wurden in der Hinrunde der Saison 2016/17 registriert, 60 weniger als in der Hinrunde der Vorsaison. Das liegt laut Bahn an neuen Konzepten sowie einer verbesserten Steuerung der Fan-Reiseströme. Allerdings habe die Härte von Angriffen und die Brutalität gegenüber Menschen, Fahrzeugen und Anlagen zugenommen. Die meisten Zwischenfälle gab es an Umsteigebahnhöfen wie Hannover. 28 DB-Mitarbeiter wurden von randalierenden Hooligans angegriffen, acht teils schwer verletzt. 70 Mal schloss die Bahn Fans von der Beförderung aus. 350 Mal gab es eine Abmahnung.

Von RND/Jan Sternberg


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