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Die Wassermassen üben eine Faszination auf Schaulustige aus.

Die Wassermassen üben eine Faszination auf Schaulustige aus.
 © dpa

Katastrophentourismus

Hochwasser-Gaffer behindern Rettungskräfte

Norddeutschlands Bürgermeister rufen Gaffer auf, nicht mehr in die Hochwassergebiete zu kommen. Die Katastrophentouristen nerven nicht nur Flutopfer, sie behindern sogar die Rettungskräfte.

Hannover/Goslar.  Sie kommen, um ein Selfie vor den Wassermassen zu machen und stellen sich dabei nicht selten Polizei und Feuerwehr in den Weg. Die betroffenen Menschen in den norddeutschen Hochwassergebieten sind genervt von Gaffern, die in die überfluteten Innenstädte kommen, um sich die reißenden Flüsse anzuschauen. Mehrere Bürgermeister haben dazu aufgerufen, von diesen Besuchen abzusehen.

Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) beklagt Behinderungen der Rettungskräfte im Hochwassereinsatz durch Gaffer. „Wir werden richtig gestört von Schaulustigen“, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

Volksfeststimmung in Hildesheim

Man werde die Einsatzorte wieder absperren, damit die Feuerwehrleute ihre Arbeit machen könnten und nicht mehr von Menschen behindert werden, die Fotos von der Flut machen wollen. Auf der anderen Seite habe er auch eine enorme Hilfsbereitschaft erlebt. „Es melden sich Leute aus Dessau oder Berlin, die sagen, dass sie uns helfen wollen.“

Auch in Hildesheim ist man genervt von den Gaffern. Als am Donnerstag nach mehreren Tagen Regen die Sonne hinter den Wolken hervortrat, seien manche Straßen durch Besucher zugeparkt gewesen, berichten Hildesheimer dem NDR. Während auf den Brücken Volksfeststimmung herrschte, bangten einige Bewohner noch um ihre Häuser.

Gefahr für Wildtiere in Northeim

Am Regenrückhaltebecken Salzderhelden im Landkreis Northeim hingegen stellen Schaulustige eine Gefahr für die dort lebenden Wildtiere dar. Während sich Besucher auf den Dämmen tummeln, um die Wassermassen zu sehen, ertrinken viele der Tiere im Becken, weil ihre Fluchtwege versperrt sind.

Schaulustige, die sich vor Naturkatastrophen fotografieren wollen, sind in den vergangenen Jahren immer wieder in Hochwassergebiete gereist. Auch 2016 kamen scharenweise Gaffer nach Ort Braunsbach bei Schwäbisch Hall, nachdem sich eine Geröll- und Schlammlawine durch den Ort gewälzt hatte. Noch weniger Anstand hatten jene Menschen, die sich im Juni vor dem brennenden Grenfell Tower in London fotografierten.

Von RND/epd/aks


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