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Hochsommer? Kann noch kommen

So mancher hat diesen Sommer schon abgeschrieben. Doch das sei viel zu früh, sagt ein Wetterexperte. Er macht sogar Hoffnung auf hochsommerliche Tage. Und statistisch gesehen ist der Jojo-Sommer gar nicht so ungewöhnlich.

Offenbach. Auch wenn sich viele kaum ohne Jacke aus dem Haus trauen: Die Hoffnung auf strahlende Sonne und Temperaturen um die 30 Grad muss niemand aufgeben. "Jetzt, Anfang August, sollte man den Sommer auf keinen Fall abschreiben", sagte Meteorologe Burkhard Kirsch vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar bleibe es die kommenden Tage wechselhaft, zum nächsten Wochenende hin könne er aber ganz vorsichtig Hoffnung machen. Mehrere Modelle deuteten an, dass die Temperaturen vom kommenden Samstag an mancherorts auf mehr als 30 Grad steigen könnten. "Es deutet sich tatsächlich eine sommerliche Periode an, genaues können wir aber noch nicht sagen", sagte Kirsch. Wirklich seriöse Vorhersagen seien nur etwa drei Tage im Voraus möglich. Generell könne es den ganzen August über und auch im September noch hochsommerlich warm werden. Am Sonntag war es vor allem im Süden Deutschlands schön mit bis zu 28 Grad. Etwa in Berlin zogen aber immer wieder Wolken durch, mit 22 Grad war es in der Hauptstadt recht frisch, sagte Kirsch.

"Und mal zum Vergleich: Vor genau einem Jahr hatten wir beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet bis zu 40 Grad." Im Süden Bayerns könnte es auch am Montag noch recht schön bleiben, im Norden und vor allem an den Küsten erwartet der Meteorologe aber ziemlich ungemütliches Wetter: "Es wird windig, wahrscheinlich mit stürmischen Böen." Von Unwettern sei das aber voraussichtlich "weit entfernt". Von Dienstag an wird es dann überall kühler und im Süden Bayerns sehr regnerisch. Ob dann auch Unwetterwarnungen herausgegeben werden müssten, sei noch unklar, sagte Kirsch.

Betroffen sei vor allem das Gebiet südlich der Donau. Erst am Sonntag hatte sich die Hochwasserlage in Bayern nach starken Regenfällen in den vergangenen Tagen weitgehend entspannt. Bislang verlief der Sommer laut DWD in Deutschland ganz typisch wechselhaft, vielerorts aber auch ungewöhnlich nass. "Vor allem von Ende Mai bis Ende Juni war es außergewöhnlich verregnet", sagte Kirsch. Länger andauernde Hitzewellen - wie es sie beispielsweise 2003 in Deutschland gab - seien aber in Mitteleuropa die Ausnahme.

Am heißesten war es nach Angaben des Wetterdienstes in diesem Sommer bislang mit jeweils 36,4 Grad am 24. Juni in Berlin und am 20. Juli im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach. Die bundesweite Durchschnittstemperatur von 17,3 Grad liegt laut den DWD-Experten rund einen Grad über dem Soll, das sich aus einer Referenz aus 30 Jahren ergibt. Im Schnitt am wärmsten war es demnach in Waghäusel bei Karlsruhe mit 19,6 Grad. Allerdings ist der Regen-Sollwert des Sommers an etlichen Messstationen bereits erreicht oder überschritten und auch ein neuer Sommer-Regen-Rekord aufgestellt: In Borken in Nordrhein-Westfalen sind im Juni und Juli schon 362 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Bislang lag der Rekord dort bei rund 313 Litern - allerdings im ganzen Sommer. dpa


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