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Heimatvertriebene Familien warten in einem Auffanglager in Kabul auf Hilfslieferungen. Viele deutsche Hilfsorganisationen wollen in Afghanistan bleiben, wenn die Soldaten gehen - einige sehen den Abzug sogar positiv.

Heimatvertriebene Familien warten in einem Auffanglager in Kabul auf Hilfslieferungen. Viele deutsche Hilfsorganisationen wollen in Afghanistan bleiben, wenn die Soldaten gehen - einige sehen den Abzug sogar positiv. © S. Sabawoon/Archiv

Konflikte

Hilfsorganisationen bleiben nach Kampfeinsatz-Ende in Afghanistan

Deutsche Hilfsorganisationen wollen auch über das nahende Ende des Nato-Kampfeinsatzes hinaus in Afghanistan tätig sein. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa erklärten mehrere Organisationen, dass ihre Projekte fortgeführt würden.

Berlin. Einige bewerteten den Abzug der Soldaten sogar positiv. Viel wichtiger sei die weitere finanzielle Unterstützung von Politik und Spendern.

"Im Augenblick gehen wir davon aus, dass sich durch den Truppenabzug für unsere Arbeit nichts ändern wird", erklärte etwa die Welthungerhilfe, die mit mehr als 250 Mitarbeitern in Afghanistan vertreten ist. "Niemand kann jedoch genau vorhersehen, wie sich die Lage nach dem Abzug entwickeln wird. Wir werden dies genau beobachten."

In Afghanistan sind seit fast 13 Jahren internationale Truppen stationiert - derzeit noch rund 50 000 Soldaten. Die von der Nato geführte Mission hat unter anderem den Auftrag, für Sicherheit zu sorgen. Es handelt sich um einen Kampfeinsatz, der Ende des Jahres ausläuft. Von 2015 an soll eine Ausbildungsmission mit rund 12 000 Soldaten folgen, darunter 800 Deutsche.

Auch andere Hilfsorganisationen fürchten nicht um ihre Sicherheit. "Als international tätige Hilfsorganisation verfügen wir über Sicherheits- und Evakuierungspläne, die unserem Selbstschutz dienen", erklärte die Johanniter-Auslandshilfe.

Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) will sein Angebot ausweiten. Aufgrund der guten Zusammenarbeit würden die mit Partnern betriebenen Bildungszentren von der Gemeinschaft vor Ort beschützt.

Einige Nichtregierungsorganisationen (NGO) können in dem Abzug Gutes erkennen. "In Bezug auf die Sicherheitslage werden vorsichtig eher positive Effekte erwartet, da die Taliban nach dem Abzug weniger Grund für Anschläge haben", sagte Stefan Reuter von Borda Germany in Bremen. Ähnlich sieht es Abdul Jalil Hekmat, Geschäftsführer des Bonner Vereins für Afghanistan-Förderung. "Wir erhoffen eher eine Beruhigung der Sicherheitslage, wenn die als ausländische Aggressoren empfundenen US-Truppen abgezogen werden", sagte er.

Auch die Organisationen Vision Hope aus Emmendingen, Kinderhilfe Afghanistan und GLS Treuhand wollen sich nicht zurückziehen. "Wir werden unsere Projekte fortführen, solange wir die finanziellen Mittel dafür haben", sagte Marga Flader vom Verein Afghanistan-Schulen.

Der Verein Waisenmedizin kündigte hingegen an, nach 2014 nicht mehr nach Afghanistan reisen zu wollen. Die Sicherheit sei nicht gewährleistet - folgen sollen dann Projekte in Deutschland für Afghanen. In Afghanistan hat der Verein derzeit zwei Mitarbeiter.

dpa


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