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Das Rotorblatt des abgestürzten Helikopters liegt auf einem Felsen. Alle 13 Passagiere kamen bei dem Unglück im norwegischen Bergen ums Leben.

Das Rotorblatt des abgestürzten Helikopters liegt auf einem Felsen. Alle 13 Passagiere kamen bei dem Unglück im norwegischen Bergen ums Leben. © Torstein Boe

Notfälle

Helikopterabsturz in Norwegen: Wohl alle 13 Insassen tot

Ein Flugunglück erschüttert Norwegen. Ein Hubschrauber kracht vor der Küste in eine Insel und wird völlig zerfetzt. Die 13 Menschen an Bord haben keine Chance. Auch die Königsfamilie ist geschockt.

Oslo. Beim Absturz eines Hubschraubers mit Arbeitern einer Ölplattform sind in Norwegen wohl alle 13 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Elf Leichen wurden geborgen. Die Suche nach zwei Vermissten ging zwar weiter - nach Angaben der Rettungsleitstelle aber nicht mehr als Rettungsaktion.

Norwegens Regierungschefin Erna Solberg nannte das Unglück am Freitag "eines der schlimmsten seit vielen Jahren". Auch die Königsfamilie reagierte bestürzt: Das Königspaar sowie Kronprinz Haakon und seine Frau Mette-Marit sagten eine Reise nach Stockholm ab, wo sie am Samstag den 70. Geburtstag von Schwedens König Carl XVI. Gustaf feiern wollten.

Nach Angaben von Statoil war die Maschine am späten Vormittag auf dem Weg vom Ölfeld Gullfaks B, das von dem Ölkonzern betrieben wird, zu einem Flughafen in Bergen, als sie nahe der Insel Turøy etwa 40 Kilometer westlich von Bergen abstürzte. An Bord waren elf Passagiere und zwei Crewmitglieder. Einsatzkräften zufolge waren es elf Norweger, ein Brite und ein Italiener.

Die genaue Absturzursache war am Freitag noch unklar. "Ich hörte, dass ein Hubschrauber aus Richtung der Nordsee kam. Es war ein seltsames Geräusch", sagte ein Augenzeuge dem norwegischen Rundfunk. "Als ich aufsah, hat sich der Rotor gelöst und ist nach links verschwunden, während der Helikopter nach rechts abgedreht ist." Beim Aufprall auf einen Hügel sei der Hubschrauber explodiert. "Es war erschreckend."

Die Leichen seien an Land gefunden worden, berichtete die Zeitung "Bergens Tidende" unter Berufung auf die Polizei. Wrackteile des Hubschraubers wurden auch im Wasser entdeckt. "Wir haben das Rotorblatt gefunden", sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle in Südnorwegen. "Einige Teile des Helikopters sind sechs, sieben Meter unter der Wasseroberfläche geortet worden." Norwegens Verteidigungskräfte waren mit Schiffen und Tauchern im Einsatz.

Norwegens Ministerpräsidentin Solberg zeigte sich schockiert über das Unglück: "Dies ist ein trauriger Tag für alle, die in der norwegischen Öl- und Gasindustrie arbeiten und für Norwegen", sagte sie auf einer Pressekonferenz. "Es scheint ein tragischer Unglücksfall zu sein." Der Absturz gilt als schlimmstes Hubschrauber-Unglück in Norwegen sei 1978, als 18 Menschen in der Nordsee westlich von Bergen starben.

"Es ist eine riesige Tragödie, wenn 13 Kollegen nicht nach Hause kommen und Familien ihre Angehörigen verlieren", sagte der stellvertretende Statoil-Vorsitzende Arne Sigve Nylund. Um den Mitarbeitern auf dem Ölfeld Zeit zum Trauern zu geben, sei die Produktion auf der Plattform vorübergehend eingestellt worden. Priester und Seelsorger seien dorthin geschickt worden. Für die Angehörigen wurde ein Seelsorge-Zentrum in Bergen eingerichtet.

Norwegens König Harald sprach Angehörigen und Kollegen sein Mitgefühl aus. Wegen des Unglücks wollten er, seine Frau Sonja und das Kronprinzenpaar nicht wie geplant zum runden Geburtstag von König Carl XVI. Gustaf nach Schweden reisen. Auch der schwedische Monarch reagierte mit Bestürzung auf den Absturz: "Gemeinsam mit der ganzen Königsfamilie möchte ich den Familien der Opfer und dem ganzen norwegischen Volk unsere tiefste Anteilnahme aussprechen", teilte Carl Gustaf auf der Webseite des schwedischen Königshauses mit.

dpa


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