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Bei einem Hubschrauberabsturz in London sind zwei Menschen getötet worden.

Bei einem Hubschrauberabsturz in London sind zwei Menschen getötet worden.© Facundo Arrizabalaga

Unfälle

Helikopter stürzt in London ab - zwei Tote

Mitten in London ist im Berufsverkehr ein Hubschrauber abgestürzt - dabei starben zwei Menschen. "Es ist ein Wunder, dass dies nicht viel, viel schlimmer ausgegangen ist", sagte Neil Basu von der Londoner Polizei Scotland Yard.

London. Das Zentrum der britischen Hauptstadt befand sich am Mittwoch zeitweise unter Schock. Der Helikopter war am Morgen in der Nähe eines belebten Bahnhofs gegen einen Kran geprallt und abgestürzt. Der Pilot und ein Passant starben. Mindestens zwölf Menschen wurden verletzt, die meisten nur leicht. Sechs kamen ins Krankenhaus. Ein Mann wurde aus seinem brennenden Auto gerettet.

Der Kran, gegen den der Helikopter flog, stand auf einem Hochhaus in Vauxhall am Südufer der Themse. Nach dem Absturz explodierte die Maschine mit einem lauten Knall. Ein Feuer brach aus, eine dichte Rauchwolke stieg auf. Zwei Häuser in der Umgebung gerieten in Brand. Am späten Vormittag waren die Flammen gelöscht. Die genauen Details des Unfalls blieben zunächst ungeklärt.

Anzeichen für einen terroristischen Hintergrund gab es nicht. In der Nähe des Unglücksortes befindet sich die Zentrale des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6.

Nach Angaben des Hubschrauber-Betreibers hatte der Pilot wegen schlechter Sicht um eine Umleitung gebeten. Er war auf dem Weg von Redhill in der Grafschaft Surrey nach Elstree in Hertfordshire. Seine Route entsprach dem Flugplan. Wegen des diesigen Wetters bat er aber bei einem nahe gelegenen Landeplatz im Stadtteil Battersea um Landeerlaubnis. Kurz darauf rammte der Helikopter den Kran.

Teile des Krans hingen am Mittwoch weiter auf dem Hochhaus. Rettungskräfte mussten sie absichern. Der Bahnhof und Straßen in der Umgebung wurden gesperrt, einige Häuser zum Teil evakuiert. Die Feuerwehr war mit sechs Rettungswagen vor Ort, fast 90 Rettungskräfte waren im Einsatz.

Zur Zeit des Absturzes waren Hunderte Menschen in der Gegend unterwegs, viele von ihnen auf dem Weg zur Arbeit. Sie lieferten zahlreiche Augenzeugenberichte und Handy-Videos sowie Fotos und berichteten von einem explosionsartigen Knall. Menschen schrien um Hilfe und flüchteten. "Als ich die Explosion hörte - es war wie ein kleines Erdbeben", sagte eine Anwohnerin dem Sender Sky News. Ein anderer berichtete, er habe geglaubt, eine Bombe sei hochgegangen.

Mehrere Arbeiter auf der Baustelle berichteten, der Kranführer sei nur knapp dem Tod entkommen, weil er an diesem Morgen ausnahmsweise zu spät gekommen sei. Als der Unfall passierte, sei er gerade am unteren Teil der Leiter nach oben gewesen, um hinaufzuklettern. Er soll aufgehalten worden sein, als er seine Kinder zur Schule brachte, und deshalb nicht wie sonst pünktlich gewesen sein.

Im Internet wurden zahlreiche persönliche Geschichten verbreitet, in denen Menschen erzählten, sie seien dem Unglück nur knapp entkommen. Der britische Premierminister David Cameron sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Die Firma des Piloten erklärte, der Mann sei sehr erfahren gewesen und auf rund 9000 Flugstunden gekommen. Im Laufe seiner Karriere habe er auch bei zahlreichen Filmproduktionen mitgemacht, etwa bei "James Bond - Stirb an einem anderen Tag". Er arbeitete seit 18 Jahren als Hubschrauberpilot, unter anderem bei Rettungseinsätzen.

Das Hochhaus, auf dem der Kran stand, gehört zu einem luxuriösen Wohnhauskomplex. Das 51-stöckige Gebäude soll in diesem Jahr fertig werden. Bei dem Helikopter handelte es sich nach ersten Erkenntnissen um eine Maschine des Typs Augusta AW 109.

dpa


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