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Berndt Röder

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Hamburger Spitzenpolitiker unter Druck: Weil seine Straße geräumt war

Der Hamburger CDU-Spitzenpolitiker Berndt Röder ist unter Druck geraten, weil seine winzige Wohnstraße als einzige in der Nachbarschaft von Schnee geräumt und abgestreut wurde.

Röder, der als Bürgerschaftspräsident einer der höchstrangigen Politiker der Stadt ist, räumte am Dienstag in einer Erklärung ein, er habe die zuständigen Stellen auf seine vereiste Straße aufmerksam gemacht. Die SPD-Opposition verlangt in einer Anfrage jetzt Aufklärung darüber, ob Röders Straße bevorzugt geräumt worden ist.

„Wenn der Eindruck entstanden ist, dass ich hier als Politiker bevorzugt behandelt werden wollte, tut mir dies leid. Dies war nicht meine Absicht. Es ging mir nicht um meinen persönlichen Vorteil“, erklärte Röder. Vielmehr sei es ihm um den Zugang zu einem städtischen Veranstaltungszentrum in der Straße gegangen, erklärte er.

Dagegen zitierte die „Hamburger Morgenpost“ einen Tippgeber, wonach Röder der Stadtreinigung deutlich zu verstehen gegeben habe, dass er die Straße eisfrei haben wolle. Anwohner aus dem feinen Stadtteil Groß Borstel äußerten sich in der Zeitung verwundert, dass andere Straßen dort, „an denen viel mehr Menschen wohnen“, weiter vereist blieben. Röder erklärte, er werde dem Roten Kreuz nun 1.000 Euro spenden, „um jeglichem Eindruck entgegenzuwirken, einen Vorteil erlangt zu haben“.

Krankenwagen im Dauereinsatz


In Hamburg sind seit Wochen Fußwege und Nebenstraßen mit dicken Eisschichten überzogen. Die Stadtreinigung räumt nur die Hauptstraßen und Kreuzungen. Viele Anwohner vernachlässigen ihre Räumpflicht, und private Räumdienste sind von den Schneemassen überfordert. Die Feuerwehr hat rund 80 Rettungswagen praktisch dauernd im Einsatz, weil immer mehr Bürger ausrutschen und verletzt liegenbleiben.

Nachdem schon Hunderte Bürger mit gebrochenen Knochen im Krankenhaus gelandet waren, beschlossen die Behörden am Montag ein Notprogramm. Demnach wurden seit Dienstag 1.000 zusätzliche Kräfte zum Eisschippen abgestellt. Streumittel wurde kostenlos an die Bürger verteilt werden. Am Dienstag fiel in Hamburg wieder Schnee. Mehrere tausend Bürger riefen bei einer zentralen Telefonnummer der Stadtreinigung an, wo besonders schlimm vereiste Stellen gemeldet werden konnten.

Unterdessen forderte der Deutsche Mieterbund eine Art Eis-Polizei. Sprecher Ulrich Ropertz sagte laut „Bild“-Zeitung: „Die Ordnungsämter müssen endlich härter durchgreifen. Wir fordern eine Eis-Polizei, die den vorhandenen Gesetzesrahmen ausnutzt und bei Verstößen massiv Bußgelder verhängt.“

In den nächsten Tagen soll es laut Vorhersage vor allem in den Hochburgen von Karneval, Fastnacht und Fasching im Nordwesten und Süden kräftig schneien. Zum Wochenende und Richtung Rosenmontag beruhigt sich die Wetterlage nach der Vorhersage allmählich. Nachts kann es bei klarem Himmel sogar minus 15 Grad werden.


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