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© Monika Zucker

Unwetter

Hamburg: Tornado zieht Spur der Verwüstung

Die Natur lässt Deutschland weiter ihre ganze Kraft spüren. Ein Tornado fegte am Dienstagabend über Hamburg hinweg und hinterließ schwere Schäden. Die Feuerwehr löste Großalarm aus. Mehr als tausend Kräfte rückten aus, es gab 254 Einsätze.

Massive Regenstürme gab es auch in Nordrhein-Westfalen und im Südwesten. Auch hier war die Feuerwehr hundertfach im Einsatz, um vollgelaufene Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume von Straßen zu ziehen.

Die Windhose hatte sich nach Feuerwehrangaben am Dienstagabend über dem Nordosten Hamburgs gebildet, sie hinterließ örtlich begrenzt eine Schneise der Zerstörung. Es seien "unzählige Dächer abgedeckt" worden, darunter auch Hochhausdächer, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Windhose entwurzelte Bäume, allein "50 bis 60 massive Alleenbäume" seien umgestürzt und zum Teil auf die Straße gekippt. Von Hochhausdächern seien Funkantennen abgerissen und auf die Straße geweht worden, Kleingärten seien zerstört, zahlreiche Keller seien vollgelaufen.

Das Naturspektakel im Zeitraffer-Video:

Menschen kamen nach Informationen der Hamburger Feuerwehr nicht zu Schaden. "Unglaublicherweise ist niemand verletzt worden", sagte der Feuerwehrsprecher. "Wir haben mit dem Schlimmsten gerechnet." Die Einsätze sollten noch die ganze Nacht weitergehen. Das Schlimmste sei aber vorbei: "Wir haben das Gros abgearbeitet", sagte der Sprecher. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob seine Unwetterwarnungen für Deutschland in der Nacht wieder auf.

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) machte sich bei dem Einsatz vor Ort ein Bild von der Lage. Er dankte den Kräften für einen "großartigen und beeindruckenden Einsatz", berichtete die Feuerwehr über den Kurznachrichtendienst Twitter. Kurz vor 18.30 Uhr hatten Bürger aus den Stadtteilen Wandsbek und Steilshoop die Feuerwehr über eine Windhose informiert. Die Feuerwehr löste daraufhin Großalarm aus. Sie rief Mitarbeiter aus dem Feierabend zurück und verdoppelte die Zahl der Führungskräfte.

So entsteht ein Tornado:

Extreme Unwetter hielten am Abend auch die Einsatzkräfte im Ruhrgebiet auf Trab. Die Feuerwehren in Essen und Mülheim an der Ruhr meldete jeweils mehr als 150 Einsätze bei schweren Gewittern und Starkregen. In Gelsenkirchen rückte die Feuerwehr 90 Mal aus: Alle Einsatzzüge seien am Abend unterwegs gewesen, wegen der vielen Hilfsanfragen rückte die Feuerwehr nur bei jenen Bürgern an, bei denen das Wasser im Keller höher als 15 Zentimeter stand, hieß es in einer Presseerklärung. Die Feuerwehr in Bottrop meldete 85 Einsätze.

Die Einsatzkräfte pumpten in diesen Ruhrgebietsstädten vollgelaufene Keller aus und räumten abgerissene Äste beiseite, welche die Straßen blockierten. Die Feuerwehrwache Duisburg füllte Sandsäcke im Akkord, in Münster musste die Polizei mehrere überflutete Straßen sperren.

Auch in Baden-Württemberg spielte das Wetter wieder verrückt. In der Nähe von Sigmaringen rutschte nach Behördenangaben ein durchweichter Hang auf die B 32, die von der Polizei gesperrt werden musste. Die Straße stand zum Teil unter Wasser. Auch im Raum Heidelberg kam es zu starken Regenfällen, die Feuerwehr fuhr zahlreiche Einsätze.

Die Abgeordneten des Bundestags wollen sich am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde mit dem Thema "Unwetter in Deutschland" befassen. Die Fraktionen von Union, SPD und Grünen beantragten die Debatte gemeinsam. Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen waren bereits in der vergangenen Woche in Bayern und Baden-Württemberg elf Menschen ums Leben gekommen. Schätzungen zufolge entstanden Schäden in Milliardenhöhe.

afp


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