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In 20 Prozent der untersuchten Proben aus dem Fleischgroßhandel Willy Selten ist Pferdefleisch gefunden worden.

In 20 Prozent der untersuchten Proben aus dem Fleischgroßhandel Willy Selten ist Pferdefleisch gefunden worden.© Caroline Seidel/Symbol

Gesundheit

Händler verarbeitete möglicherweise tausende Pferde

Der Hauptverdächtige im niederländischen Fleischskandal hat möglicherweise das Fleisch von tausenden Pferden mit Rindfleisch vermischt. In 20 Prozent der untersuchten Proben aus dem Fleischgroßhandel Willy Selten sei Pferdefleisch gefunden worden, sagte der Generalinspektor der niederländischen Kontrollbehörde für Lebensmittel, Harry Paul, am Freitagabend im niederländischen Fernsehen.

Amsterdam. n. "Wir schließen nicht aus, dass es um tausende Pferde geht."

 Bei den nun zurückgerufenen 50 000 Tonnen Fleisch sei unbekannt, ob es kontrolliert worden sei, Reste von Medikamenten enthalte oder von kranken Tieren stamme, sagte der Generalinspektor. Da der Unternehmer die Herkunft seiner Ware seit 2011 nicht nachweisen konnte, hatte die Behörde die gesamte Produktion von zwei Jahren aus insgesamt 16 europäischen Ländern zurückgerufen, darunter auch aus Deutschland. Bundesweit sind nach Angaben des Verbraucherministeriums vom Samstag bislang 124 betroffene Betriebe bekannt.

 Der Anwalt des Fleischhändlers wies die Vorwürfe zurück. Es sei nur einmal versehentlich Pferd mit Rind vermischt worden. "Willy Selten hat einen tadellosen Ruf", sagte der Anwalt Frank Peters dem TV-Sender NOS. Er hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Rückrufaktion beantragt und fordert von der Kontrollbehörde Schadenersatz in Höhe von 5,8 Millionen Euro. Selten, der sich seit Februar nicht mehr öffentlich geäußert hat, ist nach den Worten seines Anwaltes psychisch schwer angeschlagen.

 Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte für Fleisch eine verbindliche Herkunftskennzeichnung. "Die haben wir bei Gemüse, nicht aber beim Fleisch. Wir brauchen dies auch auf verarbeiteten Produkten", sagte BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning im Deutschlandradio Kultur. Hier klaffe eine riesige Lücke.

dpa


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