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Die Fehmarnsundbrücke verbindet die Insel Fehmarn mit dem schleswig-holsteinischen Festland.

Die Fehmarnsundbrücke verbindet die Insel Fehmarn mit dem schleswig-holsteinischen Festland. © Axel Heimken

Verkehr

Gutachter überprüfen marode Fehmarnsundbrücke

Die Brücke über den Fehmarnsund ist eine wichtige Etappe auf dem Weg von Deutschland nach Skandinavien. Das Bauwerk gilt als marode, doch der Verkehr wächst. Die gut 50 Jahre alte Eisenbahn- und Autobrücke über den Fehmarnsund hält dem wachsenden Skandinavien-Verkehr kaum noch stand.

Kiel/Puttgarden. d. Das rund 960 Meter lange Bauwerk aus Beton und Stahl, das die Ostseeinsel Fehmarn mit dem deutschen Festland verbindet, gilt als marode. Experten prüfen, wie dringend die Brücke auf der sogenannten Vogelfluglinie zwischen Deutschland und Dänemark saniert werden muss.

Im Jahr 2021 soll es auch einen Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark geben - die Fehmarnbelt-Querung. Dann wird vermutlich auch auf der Fehmarnsundbrücke die Zahl der Fahrzeuge zunehmen. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) befürchtet aber, dass die Brücke weiteren Autos und vor allem Lastwagen nicht mehr standhalten wird.

Wie schlecht es um die Belastungsfähigkeit des Bauwerks - im Volksmund wegen seines markanten Aussehens "Kleiderbügel" genannt - steht, untersuchen gerade Experten. "Es gibt natürlich Materialermüdungen bei dieser Brücke", sagte Meyer am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Bund hatte die Bahn und Schleswig-Holstein mit einem Gutachten beauftragt. Anfang September wolle die Bahn die Resultate vorstellen. Diesen Ergebnissen wolle er nicht vorgreifen, sagte Meyer. "Tatsache ist aber: Wir brauchen spätestens mit der Fehmarnbelt-Querung, wenn die Dänen den Tunnel im Jahr 2021 fertiggestellt haben werden, einen Ersatz für die Fehmarnsundbrücke."

Täglich rollen derzeit gut 5300 Fahrzeuge über die Fehmarnsundbrücke. Auf ihr verlaufen neben den Fahrbahnen für Autos auch Schienen. Nach Angaben der dänischen Planungsgesellschaft Femern A/S, die für den Bau des 17 Kilometer langen Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark verantwortlich ist, soll das dortige Verkehrsaufkommen nach dessen Eröffnung Ende 2021 zunächst auf 8000 Lastwagen, Busse und Autos pro Tag und fünf Jahre später auf 10 800 Fahrzeuge pro Tag steigen.

Ein kurzfristiger Ausfall der wichtigen Fehmarnsundbrücke droht nach Einschätzung von Meyer zwar nicht - zumindest derzeit. "Mir liegen solche Informationen nicht vor." Er fügte hinzu: "Die Autofahrer müssen sich zurzeit keine Sorgen machen über das normale Maß hinaus."

Berichten des NDR und des "Hamburger Abendblatts" zufolge ist die Brücke allerdings weitaus sanierungsbedürftiger als bislang angenommen. Untersuchungen aus dem Frühjahr dieses Jahres hatten demnach offenbar ergeben, dass neben dem Schienenstrang auch die Straßentrasse deutlich maroder ist als gedacht. "Wenn es noch schlimmere Ergebnisse geben sollte, müssen wir sofort handeln", zitierten NDR und "Abendblatt" Minister Meyer. Es sei in den vergangenen Jahren versäumt worden, die Infrastruktur in Schuss zu halten.

Schlecht steht es auch um eine andere Brücke weiter nördlich bei Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal, die im Verkehr von und nach Dänemark eine Schlüsselrolle spielt. Die erst gut 40 Jahre alte Rader Hochbrücke - Teil der Autobahn 7 - musste im Sommer vergangenen Jahres wegen maroder Pfeiler wochenlang für Lastwagen gesperrt und aufwendig repariert werden. Nach Expertenansicht wird das Bauwerk nur noch zwölf Jahre halten.

dpa


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