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KEIN KÜNDIGUNGSGRUND: Eine Essensmarke im Wert von 80 Cent. © dpa

Prozess

Gericht hebt fristlose Kündigung wegen 80 Cent auf

Das Arbeitsgericht Reutlingen hat den Rauswurf eines Mannes aufgehoben, dem wegen der unzulässigen Verwendung einer Essensmarke im Wert von 80 Cent fristlos gekündigt  worden war. Der Arbeitgeber, die Sportartikelfirma Erima im schwäbischen Pfullingen, hätte ihren Angestellten zunächst abmahnen  müssen, anstatt ihm gleich zu kündigen, entschied das Gericht.

REUTLINGEN. Der 35-jährige Sachbearbeiter hatte mit der von einem  Kollegen überlassenen Marke ein Mittagessen für seine  Lebensgefährtin eingelöst und damit gegen eine Vorgabe seines  Arbeitgebers verstoßen. 

Die Firma überlässt ihren Beschäftigten monatlich 15  Essensmarken im Wert von je 80 Cent. Die Marken werden auf den  Namen des jeweiligen Mitarbeiters ausgestellt und enthalten den  Hinweis, dass pro Tag nur eine Essensmarke eingelöst werden kann  und die Marken nicht übertragbar sind. Der 35-Jährige hatte mit dem  Bon eines Kollegen ein Essen für seine Lebensgefährtin bezahlt und  sich damit laut Gericht zwar eine „erhebliche Pflichtverletzung“  geleistet. Weil er „jedoch nicht planmäßig mit der Absicht  gehandelt“ habe, „das Vermögen des Arbeitgebers zu schädigen“, sei  eine Kündigung ohne vorherige Abmahnung  unwirksam, entscheid das  Gericht.


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