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Freital: Razzia gegen Rechtsterroristen

Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt sind nach Informationen von "Spiegel online" am Dienstagmorgen mit einer Razzia gegen mutmaßliche Rechtsterroristen im sächsischen Freital vorgegangen.

Freital. Die Bundesanwaltschaft hat heute aufgrund von Haftbefehlen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs den 18-jährigen deutschen Staatsangehörigen Justin S., den 39-jährigen deutschen Staatsangehörigen Rico K., die 27-jährige deutsche Staatsangehörige Maria K., den 25-jährigen deutschen Staatsangehörigen Sebastian W. und den 26-jährigen deutschen Staatsangehörigen Mike S. durch Spezialeinheiten der Bundespolizei festnehmen lassen. Zudem werden insgesamt mehrere Wohnungen sowie weitere Räumlichkeiten in Sachsen durchsucht. An dem Einsatz sind insgesamt über 200 Beamte des Bundeskriminalamtes, der Bundespolizei sowie der sächsischen Polizei beteiligt.

Den acht Beschuldigten wird vorgeworfen, sich spätestens ab Juli 2015 mit weiteren Gleichgesinnten zu der rechtsterroristischen Vereinigung "Gruppe Freital" zusammengeschlossen zu haben, wobei die Beschuldigten Timo S. und Patrick F. die zentralen Führungspositionen übernommen haben sollen. Den bisherigen Ermittlungen zufolge war es das Ziel der Vereinigung, Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberunterkünfte sowie Wohnprojekte von politisch Andersdenkenden zu begehen. Zu diesem Zweck soll sich die Gruppierung eine dreistellige Anzahl von pyrotechnischen Sprengkörpern verschiedenen Typs aus Tschechien beschafft haben.

Nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen sind der rechtsterroristischen Vereinigung bislang drei Sprengstoffanschläge zuzurechnen: In der Nacht vom 19. auf den 20. September 2015 beging Patrick F.den gegenwärtigen Erkenntnissen zufolgefür die "Gruppe Freital" einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Freital. Er soll außen am Küchenfenster der Unterkunft einen pyrotechnischen Sprengkörper angebracht und gezündet haben. Bei der Explosion des Sprengkörpers wurde unter anderem die Fensterscheibe vollständig zerstört. Die Bewohner der Unterkunft blieben von den umherfliegenden Glassplittern der zerborstenen Fensterscheibe nur deshalb unverletzt, weil sich zu dieser Zeit niemand von ihnen in der Küche aufhielt. 

In der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober 2015 griffennach den bisherigen Ermittlungendie Beschuldigten Mike S., Patrick F., Timo S., Justin S., Rico K. und Maria K. gemeinsam mit weiteren Gleichgesinnten das Gebäude des Wohnprojekts "Mangelwirtschaft" in Dresden an. Sie sollen Steine sowie pyrotechnische Sprengsätze auf das Haus undzumindest teilweiseauch gezielt auf erleuchtete Fenster geworfen haben. Einer der Sprengkörper explodierte in der Küche des Hauses. Dort schlug zudem ein Pflasterstein ein.

In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November 2015 verübten so der gegenwärtige Erkenntnisstanddie Beschuldigten Timo S., Justin S., Maria K., Philipp W., Patrick F., Sebastian W. und Rico K. einen Anschlag auf eine weitere Asylbewerberunterkunft in Freital. Sie sollen pyrotechnische Sprengkörper an drei Fensterscheiben des Gebäudes platziert und entzündet haben. Durch die umherfliegenden Splitter der bei der Explosion der Sprengmittel zu Bruch gegangenen Fensterscheiben erlitt einer der Bewohner mehrere Schnittwunden im Gesicht. Zu schwereren oder gar tödlichen Verletzungen kam es nicht, weil sich die übrigen Bewohner noch rechtzeitig im Flur der Unterkunft in Sicherheit bringen konnten. In welchem Umfang der rechtsterroristischen Vereinigung "Gruppe Freital" weitere Anschläge zuzurechenen sind, bleibt den weiteren Ermittlungen vorbehalten. Die Festgenommenen werden im Laufe des heutigen und morgigen Tages dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihnen die Haftbefehle eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird.

dpa


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