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Physik

Wissenschaftler weisen Gravitationswellen nach

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat bahnbrechende Forschungsergebnisse zur Relativitätstheorie von Albert Einstein vorgelegt: Die Forscher beobachteten nach eigenen Angaben erstmals direkt sogenannte Gravitationswellen und bestätigten damit einen zentralen Baustein von Einsteins hundert Jahre alter Theorie. Die am Donnerstag in Washington präsentierten Erkenntnisse könnten helfen, die Geheimnisse um die Entstehung des Universums zu lüften.

Washington/Hannover. Gravitationswellen entstehen vor allem, wenn große Objekte wie Sterne beschleunigt werden. Sie stauchen und strecken den Raum. Mit dem Gravitationswellen-Observatorium Ligo in den USA fingen die Astrophysiker die Signatur zweier verschmelzender Schwarzer Löcher auf, wie das Ligo-Konsortium am Donnerstag in Washington berichtete.

An der nobelpreisverdächtigen Entdeckung waren auch deutsche Forscher beteiligt. Die Wellen sind zwar umso größer, je größer die Masse ist, jedoch selbst bei gigantischen Schwarzen Löchern in einiger Entfernung immer noch so klein, dass sie erst jetzt mit einem verfeinerten Spezialinstrument nachgewiesen werden konnten. Das Signal sei sehr deutlich und lasse keine Zweifel am direkten Nachweis der Gravitationswellen, betonte der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik in Hannover und Potsdam, Bruce Allen.

Forscher aus Hannover entdecken Signal

Zwei Wissenschaftler seiner Gruppe in Hannover hätten das Signal als erste bemerkt. Das sei vormittags gewesen, als US-Forscher wegen der Zeitverschiebung noch schliefen. "Die beiden hielten es zunächst für einen künstlichen Test - das Signal war einfach zu gut!" Monatelange Analysen hätten die Echtheit des Messergebnisses bestätigt. Allen nannte den Nachweis eines der wichtigsten Ergebnisse in der Physik in den vergangenen Jahrzehnten.

"Wenn man sich dieses Signal anschaut, ist es wie aus dem Lehrbuch", ergänzte Allens Kollege Karsten Danzmann, ebenfalls Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover.

Das Albert Einstein Institut

Das AEI ist ein gemeinsames Forschungszentrum von Max-Planck-Gesellschaft und Leibniz Universität Hannover. Es betreibt den Gravitationswellendetektor GEO600 in Ruthe bei Hannover. Die am AEI zusammen mit britischen Partnern und dem Laserzentrum Hannover entwickelte und erprobte Laser- und Interferometer-Technologie bildet das Herz der beiden US-amerikanischen LIGO-Observatorien, die nun erstmals Gravitationswellen gemessen haben.

Das AEI ist weltweit führend bei Entwicklung und Anwendung dieser Technologien, die solche hochpräzisen Messungen ermöglichen. Das AEI stellt außerdem den Computercluster ATLAS für die Datenanalyse zur Verfügung. Atlas ist der weltweit größte und rechenstärkste Computercluster, der zur Gravitationswellen-Datenanalyse eingesetzt wird.


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