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Trotz Verbot: Es wird wieder geflogen.© dpa

Aschewolke

Flugverbot bis 20.00 Uhr verlängert

Trotz des bis Dienstagabend verlängerten Flugverbots über Deutschland wird der Luftverkehr wieder hochgefahren. Bis 10.00 Uhr waren europaweit schon 10.000 Maschinen in der Luft oder standen in den Flugplänen, wie die Flugsicherungsbehörde Eurocontrol mitteilte.

Brüssel/Frankfurt. Die Deutsche Flugsicherung verlängerte ihr Verbot am Mittag bis zunächst 20.00 Uhr, Sichtflüge sind aber weiterhin möglich. Der in der Kritik stehende Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer kündigte für Mittwoch eine Regierungserklärung an. Die Gewerkschaft Cockpit sieht die Risiken der neuen Sichtflug-Regelungen auf die Piloten abgewälzt.

 

Nach fünftägigem Stillstand wurde der europäische Luftverkehr am Dienstag wieder hochgefahren. 75 Prozent des Luftraums über dem europäischen Festland sind wieder offen. Genehmigungen für bis zu 60 Prozent der planmäßigen Flüge seien im Tagesverlauf möglich, erklärte Eurocontrol. Ausgenommen bleibt Großbritannien, wo das Flugverbot auch am Dienstag in Kraft bleiben sollte. In Deutschland waren für Dienstag 700 bis 800 Sichtflüge angemeldet, wie der Sprecher der Flugsicherung, Klaus Raab, in N24 erklärte. Dies entspreche etwa sieben Prozent des normalen Verkehrsaufkommens.

 

Ramsauer spricht am (morgigen) Mittwoch im Bundestag zur Situation im Flugverkehr. Das sagte der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller. Für Dienstagmittag wurde eine Sondersitzung des Verkehrsausschusses anberaumt, an der Ramsauer ebenfalls teilnimmt.

 

Die Gewerkschaft Cockpit kritisierte Ramsauer: Sie sieht die Risiken der neuen Sichtflug-Regelungen auf die Piloten abgewälzt. Kurz vor dem ersten Messflug am Montagnachmittag habe man „schnell die Lufträume durch juristische Winkelzüge geöffnet, um dann loszufliegen“, erklärte Sprecher Jörg Handwerg am Dienstag im Sender n-tv. Die Vorgehensweise sei aus Sicht der Piloten inakzeptabel, „zumal die Verantwortung jetzt voll auf die Piloten abgeschoben wird“.

 

Die Piloten hätten nur wenig Spielraum, sich gegen die jüngste Sichtflug-Regelung zu wehren. Wenn der Pilot sich jetzt weigern sollte, wäre dies Arbeitsverweigerung, dann müsse er um seinen Arbeitsplatz fürchten. Von der Politik müssten endlich verlässliche Aussagen kommen. Beim Thema Flugverbot sei Ramsauer unter dem Druck der Fluggesellschaften eingeknickt.

 

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bestätigte die Existenz der Vulkanaschewolke über Deutschland. Bei ihrem Testflug am Montag über dem ganzen Bundesgebiet hätten die DLR-Experten deutliche Braunfärbungen der Luft gesehen. „Es gibt die Wolke wirklich“, sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz im ZDF. Erste Ergebnisse sollen im Laufe des Tages veröffentlicht werden. Bei zwei langen Testflügen stellte der Flugzeugbauer Airbus nach eigenen Angaben keine Einflüsse der Vulkanasche auf Maschinen und Flugsysteme fest.

 

In Paris hob auf dem Airport Charles de Gaulle am Dienstag die erste Maschine seit fünf Tagen ab, und zwar Richtung New York. Es werde aber noch Tage dauern, bis sich der Luftverkehr völlig normalisiert habe, teilten die Behörden mit. Auch die Schweiz öffnete ihren Luftraum.

 

Eurocontrol gab auch Entwarnung für den Fall eines neuen Vulkanausbruches auf Island. Die Wetterbedingungen seien nicht so schlecht wie in der Vorwoche, so dass sich eine neue Aschewolke nicht wieder für Tage über den europäischen Kontinent legen würde.

 

Fluggesellschaften und Touristikkonzerne, die wegen des Flugverbots Einbußen erleiden, müssen sich nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle vorerst selbst helfen. „Zunächst mal ist es Aufgabe der Unternehmen, damit fertig zu werden“, sagte der FDP-Politiker im SWR. Bei einem Krisentreffen am Montag seien keine Staatshilfen versprochen worden. Die „Welt“ berichtete am Dienstag, die führenden deutschen Fluggesellschaften und Reisekonzerne hätten bereits inoffiziell um staatliche Hilfe angefragt.

 

Um die Normalisierung des Luftverkehrs zu unterstützen, wird das Nachtflugverbot auf dem Hamburger Flughafen wegen der Aschewolke befristet aufgehoben.


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