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Hier fliegt nichts: Leere Pisten auf dem Frankfurter Flughafen© dpa

Vulkanasche

Flugausfälle: Diese Rechte haben Reisende

Flugausfälle, Verspätungen, lange Schlangen in den Terminals: Die Aschewolke nach dem Vulkanausbruch in Island legt den Flugverkehr in Europa seit Tagen fast komplett lahm. Was können denn Passagiere tun, wenn ihr Flieger nicht abhebt? Hier sieben Fragen und Antworten.

1. Beim Vulkanausbruch handelt es sich um höhere Gewalt - gibt es in diesem Fall überhaupt Rechte?

Fluggäste haben Anspruch auf Unterstützungsleistungen der Airlines, nicht aber auf Ausgleichszahlungen, wie die Verbraucherzentrale in Berlin erklärt. Denn die Naturkatastrophe sei ein klassischer Fall „außergewöhnlicher Umstände“, an denen niemand Schuld habe.

2. Wann haben Fluggäste Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises?

Wird ein Flug annulliert, müssen die Airlines den Ticketpreis inklusive Steuern und Gebühren erstatten. Dies gilt auch, wenn der gebuchte Flug mindestens fünf Stunden Verspätung hat. Alternativ können Passagiere kostenlos auf einen anderen Flugtermin umbuchen. Die Lufthansa bietet Kunden, die innerdeutsche Flüge gebucht haben, im aktuellen Fall auch die kostenlose Umbuchung auf die Bahn an.

3. Welche Rechte hat ein Passagier bei Verspätungen?

Laut der EU-Fluggastrechte-Verordnung können Fluggäste schon bei kürzeren Verspätungen auf Rechte pochen: Bei Abflugverzögerungen von zwei Stunden bei Kurzstrecken (bis 1.500 Kilometer), drei Stunden bei Mittelstrecken (bis 3.500 Kilometer) und vier Stunden bei Langstrecken muss auf Wunsch „für das leibliche und kommunikative Wohl“ des Fluggastes gesorgt werden, wie die Verbraucherzentralen betonen.

Im Klartext: Passagiere haben dann Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Faxe oder E-Mails sowie - falls nötig - Hotelübernachtungen inklusive Transfer. Falls die Airline von sich aus nichts anbietet, kann sich der Wartende nach Angaben der ARAG-Versicherung selbst mit Essen und gegebenesfalls mit einer Schlafgelegenheit versorgen. Die Losten muss die Fluggesellschaft dann später erstatten, wenn sie sich in einem angemessenen Rahmen bewegen.

4. Wie wird Umsteigern geholfen?

Die Lufthansa stellt ihren Fluggästen, die wegen der Aschewolke auf einem Flughafen stranden und nicht weiterkommen, ein Hotel zur Verfügung.

5. Wie verhalten sich Urlauber, die eine Pauschalreise gebucht haben?

Die Kündigung einer Pauschalreise wegen der Sperrung des Luftraums ist nur möglich, wenn sie sich bei späterem Antritt nicht mehr lohnt, etwa bei kurzen Reisen von wenigen Tagen. In diesem Fall wird der Reisepreis erstattet. Verzögert sich der Abflug bei längeren Reisen lediglich um einen oder zwei Tage, wäre dies ein Grund, den Reisepreis anteilig zu mindern. Kunden, deren Flüge von den Fluggesellschaften gestrichen wurden, bieten einige Reisekonzerne wie Thomas Cook im aktuellen Fall eine kostenlose Umbuchung ihrer Urlaubsreise an.

Pauschalreisende sollten sich bei ihrem Reiseveranstalter erkundigen, ob und wann die Reise angetreten werden kann, rät die Verbraucherzentrale.

6. Was machen Pauschalreisende, die an ihrem Urlaubsort festsitzen?

Reisende, die am Urlaubsort auf ihren Rückflug warten, werden von der jeweiligen Reiseleitung betreut und bis auf weiteres in ihrem Hotel untergebracht, wie die Unternehmen TUI, Thomas Cook, DERTOUR, Meier’s Weltreisen und ADAC Reisen mitteilten.

7. Wie können Betroffene ihre Ansprüche durchsetzen?

Kommt die Fluggesellschaft ihren Verpflichtungen nicht nach, müssen sich Kunden zuerst an das Unternehmen wenden, bei dem sie ihren Flug gebucht haben, wie die ARAG informiert. Wer mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, kann sich beim Luftfahrtbundesamt in Braunschweig beschweren. apn


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