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Geschlossene Grundschule in Los Angeles: Die Anschlagsdrohung war offenbar nicht echt.

Geschlossene Grundschule in Los Angeles: Die Anschlagsdrohung war offenbar nicht echt. © Eugene Garcia

Kriminalität

Falsch bewertete Anschlagsdrohung: LA verteidigt Vorgehen

Zwei Drohungen, zwei Reaktionen: Während Behörden in Los Angeles nach einer Anschlagsdrohung Hunderttausende Schüler vor einem Gang zur Schule warnen, reagiert die Polizei in New York auf dieselbe Nachricht gelassen.

Los Angeles. Die Polizei in Los Angeles hat ihr Vorgehen nach einer mittlerweile als Fehlalarm eingestuften Anschlagsdrohung gegen Kritik aus New York verteidigt.

"Im Rückblick ist es immer leicht, eine Entscheidung aufgrund von Ergebnissen zu kritisieren, die die Entscheider nie hätten kennen können", sagte Polizeichef Charlie Beck der "New York Times" zufolge. "Es sind harte Zeiten. Das südliche Kalifornien hat in den vergangenen Wochen eine Menge durchgemacht."

Die zwei an entgegengesetzten Enden der USA gelegenen Metropolen hatten am Dienstag sehr unterschiedlich auf eine identische Anschlagsdrohung reagiert. Während sich rund 640 000 Schüler an der Westküste vom Unterricht fernhalten mussten und knapp 2800 Beamte über Stunden rund 1500 Orte absuchten, blieben die New Yorker Behörden gelassen - die Drohung entpuppte sich als Fehlalarm.

"Als kommunale Behörde tun wir alles, um Terror vorzubeugen", teilte New Yorks Polizeichef William Bratton mit. Er und der ranghöchste Demokrat im Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses, Adam Schiff, hatten die Drohung am Dienstag als schlechten Scherz eingestuft. Bratton warf Los Angeles Panikmache und Überreaktion vor. Dort wurde der Unterricht am Mittwoch wieder aufgenommen.

Nach Angaben der Schulbehörde wurde die E-Mail mit der Drohung von einem Computer gesendet, dessen IP-Adresse in Frankfurt angesiedelt sein soll. Der Autor der E-Mail hatte sich als Dschihadist ausgegeben und mit dem Einsatz von Nervengas gedroht. Der Betreiber des E-Mail-Dienstes erklärte dem Technologieblog "The Verge" jedoch, die Frankfurter IP-Adresse sei einfach die seiner Server gewesen.

Die Polizeien der beiden Großstädte, die seit Jahren gegen Obdachlosigkeit, Drogenhandel und Kriminalität ankämpfen, stehen im subtilen Wettbewerb miteinander. Bratton diente zuvor als Polizeichef in Los Angeles, während der dortige Schulbetriebsleiter Ramon Cortines einst für die Schulen in New York zuständig war. Beide Städte wurden bereits mehrfach Ziel von Terroranschlägen und bewaffneten Attacken.

In Kalifornien ist insbesondere die Erinnerung an den bewaffneten Angriff auf eine Feier in einer Sozialeinrichtung frisch, wo ein islamistisches Ehepaar vor zwei Wochen 14 Menschen getötet und 21 weitere verletzt hatte. Das FBI hatte den Angriff als Terrorakt gewertet.

dpa


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